Berlin : „Kyrill“ war ein Geschenk zum 65. Geburtstag: „Wir hatten es gut gemeint“

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DER NAMENSGEBER

Vom Potsdamer Platz sind es exakt 26 Kilometer zum echten „Kyrill“, nämlich zu Kyrill Genow – dem Namensgeber des Orkans.

„Wir hatten es gut gemeint“, sagte der Sohn Rumen Genow, 40 Jahre alt, am späten Abend dem Tagesspiegel. „Wir drei Kinder – meine Schwester Nadja und auch mein Bruder Boris – haben unserem Vater die Namenspatenschaft zu seinem 65. Geburtstag geschenkt.“ Im März war das.

DIE FOLGEN

Nun steht in Neuenhagen, einer 17 000-Einwohner-Stadt kurz hinter Hoppegarten, bei Familie Genow das Telefon nicht mehr still. „Die alten Bewag-Kollegen meines Vaters rufen an“, sagt der Sohn. „Alle sagen: Du, das Unwetter heißt ja wie du!“ Mit einem Lachen habe man gestern auch den Tagesspiegel-Titel ausgeschnitten. Da stand: „Kyrill rast auf Deutschland zu“. Der Vater ein gebürtiger Bulgare, seit 1967 in Deutschland, wäre allerdings mit „ein bisschen weniger Wucht und Ruhm zufrieden gewesen“. Am Abend saß er auf der Couch, bei heruntergelassenen Rollos. „Wir versuchen, nun glimpflich davonzukommen.“

DIE KOSTEN

Die Patenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete werden vom Institut für Meteorologie der FU Berlin vermarktet. Ein Hoch kostet 299 Euro, ein Tief 199 Euro. 2007 müssen Tiefdruckgebiete männliche Namen tragen, Hochdruckgebiete weibliche. Mit den Einnahmen wird die Wetterstation in Dahlem aufrecht erhalten. Firmen- und Nachnamen sind nicht erlaubt.

DIE NÄCHSTE CHANCE

Findet sich kein Interessent, wird der Name versteigert. Im Internetauktionshaus war bei ebay gestern Abend für 53 Euro ein Tief zu haben. Voraussetzung: Der männliche Vorname muss mit „U“ beginnen. Am Sonntag endet die Auktion. AG

Mehr Informationen der FU:

www.wetterpate.de

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