Berlin : Land legt Veto gegen Eintritt in Sanssouci ein

Potsdam – Für den Besuch im Park Sanssouci wird es wahrscheinlich doch keinen Pflicht-Eintritt geben. Wenn der Stiftungsrat am 5. Mai über den umstrittenen Vorstoß der Preußischen Schlösserstiftung berät, läuft es nach Tagesspiegel-Informationen auf ein Veto des Landes Brandenburg hinaus. Das Votum der Potsdamer Regierungsvertreter hat in dem Gremium, in dem als Träger der Bund (Anteil 42,05 Prozent), Brandenburg (36,6 Prozent) und Berlin (21,35 Prozent) vertreten sind, in diesem Fall maßgebliches Gewicht. Denn Brandenburg ist durch die Lage des Parkes auf dem eigenen Territorium besonders betroffen.

Das Finanzministerium vom Helmuth Markov (Linke), zugleich Vize-Regierungschef, hat sich bereits auf ein Nein festgelegt. Zwar befürwortet das Kulturministerium die Pläne. Doch nach Tagesspiegel-Informationen ist auch Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), bis 2002 Oberbürgermeister in Potsdam, gegen den Eintritt. Dem Vernehmen nach unterstützt er die ablehnende Linie seines Staatskanzleichefs Albrecht Gerber, der im Stiftungsrat sitzt. Dass Berlin und der Bund Eintritt gegen den Willen Brandenburgs durchsetzen, gilt als ausgeschlossen.

Auch der langjährige Sanssouci-Generaldirektor Hans-Joachim Giersberg sprach sich gegen den von seinem Nachfolger Hartmut Dorgerloh vorgeschlagenen Zwei-Euro-Eintritt für den Park Sanssouci aus. Für Giersberg geht es, wie er gegenüber dem Tagesspiegel betonte, um eine Grundsatzfrage. „Parks sollten frei zugänglich sein, auch ein Welterbe. Das muss sich eine Gesellschaft leisten können“, sagte der 72-Jährige, der von 1991 bis 2001 Generaldirektor war und als Institution gilt. „Besonders in Deutschland ist das eine Tradition“. Er erinnerte daran, dass schon Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. für die freie Zugänglichkeit der Schlossparks gesorgt habe. Lediglich nach 1945 habe es für zwei Jahre einen Eintritt in Sanssouci gegeben.

Der heutige Generaldirektor Dorgerloh wies darauf hin, dass das Parkeintrittsgeld für Sanssouci nicht sein Wunsch, sondern eher eine Notlösung wäre, um den hohen Pflegeaufwand für die Anlagen zu sichern. „Besser wären höhere Zuwendungen der Träger“, betonte er. Vom Pflichteintritt verspricht sich die Stiftung jährlich bis zu fünf Millionen Euro Einnahmen, Ausgaben für Zusatzpersonal werden auf 750 000 Euro geschätzt. Unterstützung kam von der Potsdamer SPD-Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein. Die reflexhafte Ablehnung des Vorschlags sei „wenig zielführend“. Es sei Fakt, dass die Bewirtschaftung der Parkanlagen chronisch unterfinanziert ist. thm/hk

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