Landsberger Allee : Über der Ruine gehen die Sterne auf

07.08.2007 16:48 UhrVon Sophie Guggenberger
Arthur Fischer Foto: Mike Wolff
Baut auf: Architekt Arthur Fischer will aus der Bauruine ein Hotel machen. - Foto: Mike Wolff

Am Ende wird aus der Bauruine am S-Bahnhof Landsberger Allee doch noch etwas: Nach acht Jahren Stillstand gehen die Bauarbeiten an einer der größten Investitionsruine der Stadt weiter. Jetzt soll es ein Luxushotel werden.

Die ersten Gerüste stehen bereits, die Baukräne rotieren schon. Aus dem Bau, der einst von Stararchitekt Aldo Rossi entworfen wurde, soll bis Ende 2008 ein Vier-Sterne-Plus-Hotel entstehen.  Aldo Rossi, der in Berlin unter anderem für die bunten Häuser an der Schützenstraße in Mitte verantwortlich ist, hatte zu Zeiten der ersten Berlin-Euphorie in den 90er Jahren ein Einkaufszentrum an der Landsberger Allee Ecke Storkower Straße geplant. Im September 1996 war Grundsteinlegung für das 150-Millionen-Euro-Projekt. Doch schon ein Jahr später verkauften die damaligen Eigentümer die Immobilie – der Niedergang begann. Denn für ein Einkaufszentrum in der Gegend gab es keinen Bedarf mehr.

Obendrein starb Architekt Rossi 1997 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Eigentümer wie Nutzungskonzepte wechselten nun mehrfach. Sogar das Bezirksamt Lichtenberg wollte hier mit dem Rathaus einziehen.

Den neuen Anlauf wagt nun ein Konsortium aus Österreich, das den komplizierten Namen UBM Realitätenentwicklung AG und Warimpex Finanz- und Beteiligung AG trägt. Im Herbst vorigen Jahres ersteigerte das Unternehmen die Ruine ersteigert und will nun ein Hotel mit 560 Zimmern, einem 4800 Quadratmetern großen Messe-, Veranstaltungs- und Konferenzbereichen und 550 Tiefgaragenplätzen daraus machen. Außerdem ist ein Fitness-Wellnessbereich geplant.

Projektleiter Arthur Fischer vom Architekturbüro Seeger-Müller stehen 60 Millionen Euro für den Bau zur Verfügung. Insgesamt erhält Hotel „eine zeitgemäße Architektursprache“, sagt Fischer, „von Rossi wird nichts mehr zu erkennen sein“. Die Architekten setzen eine dezente Farbgebung aus sandfarbenem Naturstein statt kräftiger Farben, für die Aldo Rossi einst berühmt war. Immerhin erhält der prägnante Turm grüne und blaue Glaspaneele. Londoner Innenarchitekten sollen nach Auskunft Fischers zudem für eine frische, mutige Gestaltung der Räume sorgen.

Wie die neuen Eigentümer kommen auch die Betreiber des Hauses, das künftig „Andel’s Hotel“ heißt, aus Österreich. Die Vienna International, die in Europa mehr als 40 Hotels hat, wagt hier an der Landsberger Allee den Einstieg in den deutschen Markt und schafft etwa 250 neue Jobs. Einige davon entstehen auch in den beiden oberen Turmetagen, wo zwei Lokale eingerichtet werden. „Im zwölften Stock wird es eine Sky-Lounge und im 13. eine Bar geben, die beide durch einen Expressaufzug zu erreichen sind“, sagt Projektleiter Fischer. Noch vor Weihnachten 2008 soll das Andel’s fertiggestellt sein.

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