Berlin : Leuchtender Protest an US-Botschaft

Lichtkünstler strahlte Spruch an die Fassade.

Provokanter Vergleich. Zwei Buchstaben – und ein großer Unterschied. Foto: promo
Provokanter Vergleich. Zwei Buchstaben – und ein großer Unterschied. Foto: promo

Eine Botschaft an der Botschaft: In der Nacht zu Montag hat der Lichtkünstler Oliver Bienkowski gegen die Überwachung des Internets durch US-Geheimdienste protestiert. „United Stasi of America“ prangte da an der Fassade der Botschaft am Pariser Platz. Darunter war das Konterfei des umstrittenen Internet-Unternehmers und Multimillionärs Kim Schmitz alias „Kim Dotcom“ zu erkennen. Der gebürtige Deutsche lebt in Neuseeland und ist Gründer der – mittlerweile geschlossenen – Internetplattform „Megaupload“, über die die Nutzer auch illegal an Musik und Filme gelangen konnten. Seit 2012 warten die USA auf die Auslieferung des Unternehmers, weil ein Haftbefehl gegen Schmitz vorliegt.

Bienkowski und Schmitz kennen sich seit langem, gemeinsam engagieren sie sich bei den Internetaktivisten von „Anonymous“. Der Künstler hatte sich schon Wochen zuvor bei Schmitz die Zusage geholt. „Wir haben drei Tage lang die Laufwege der Polizisten an der Botschaft ausgespäht – wir sind davon ausgegangen, etwa zehn bis 15 Sekunden Zeit zu haben“, sagt Bienkowski. Ein wenig länger dauerte es dann doch, bis zwei Polizistinnen Bienkowski aufforderten, den Beamer wieder auszuschalten: etwa 30 Sekunden war das Bild deutlich auf der Fassade der Botschaft zu sehen.kat

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