Live-Blog zum Berlin-Besuch des US-Präsidenten : Die Obamas sind da

US-Präsident Barack Obama kann einchecken. Er ist mit seinem Tross und seiner Familie am Ritz Carlton angekommen. Was die Welt morgen von ihm erwarten darf? Ein Weckruf an den Westen. Verfolgen Sie den Besuch von Barack Obama in Berlin bei uns im Live-Blog.

von , , , , , und Sophie Maaß
Berlin ist sein Pflaster. Jedenfalls hat man ihn mit Sympathie empfangen - mehr als 90 Prozent der Deutschen halten Obama für einen guten Präsidenten.Weitere Bilder anzeigen
Foto: afp
19.06.2013 23:00Berlin ist sein Pflaster. Jedenfalls hat man ihn mit Sympathie empfangen - mehr als 90 Prozent der Deutschen halten Obama für...

23:00 Uhr: Das war der erste Tag des Besuchs von Barack Obama in Berlin. Vielen Dank für Ihr Interesse. Sie können gerne am Ende des Blogs weiter über den Besuch des US-Präsidenten diskutieren. Am Mittwoch sind wir dann in aller Frühe wieder hautnah dabei, und Sie können den Besuch Obamas bei uns im Live-Blog verfolgen. Aber Sie können auch selbst mitmachen und uns Bilder aus der Stadt zum Besuch Obamas schicken an leserbilder@tagesspiegel.de. Gute Nacht und bis morgen!

22:30 Uhr: Jetzt steht fest: Heute Abend passiert nichts mehr. Die Präzisionsschützen wurden von den Dächern abgezogen, die gepanzerten Fahrzeuge des SEK sind davongefahren, leitende Beamte berichten, sie seien aus dem Einsatz entlassen. Mit anderen Worten: Der Präsident wird heute keinen Termin außerhalb des Hotels mehr wahrnehmen. Das hält die Unverdrossenen am Potsdamer Platz nicht davon ab, in ausgelassen fröhlicher Stimmung diesen lauen Sommerabend ausklingen zu lassen. "Hat man das auch mal erlebt", sagt ein Holländer. "Prost!"

22:10 Uhr: Hätten Sie es gewusst? Nochmal ein kurzer Blick zurück: Die Vorbeifahrt der Fahrzeugkolonne dauerte am Großen Stern knapp zwei Minuten - vom Führungsfahrzeug der Polizei mit der gelben Flagge bis zum letzten Fahrzeug.  Hinter dem Führungsfahrzeug kamen neun schwarze Limousinen deutscher Produktion und direkt dahinter die beiden  schwer gepanzerten Fahrzeuge, die die Amerikaner eingeflogen haben. Im ersten soll Michelle Obama gesessen haben, sagte ein leitender Beamter, im zweiten der Präsident selbst. Beide "Beasts" waren mit deutschen und amerikanischen Standarten geschmückt. Eine Eskorte aus Motorrädern hatte Obama nicht, darauf wurde aus Sicherheitsgründen verzichtet. Hinter den Präsidentenfahrzeugen  fuhr ein langer Tross: Zuerst acht schwarze Limousinen, dann drei gepanzerte Mercedes-Geländewagen vom Spezialeinsatzkommando, besetzt mit vermummten Elitepolizisten. Es folgten 27 Polizeiautos, fünf Motorräder und ein Notarztwagen der Feuerwehr. Dahinter weitere 24 Polizeiautos, überwiegend Mannschaftswagen und etwa 30 Motorräder. Auffallend war die hohe Zahl amerikanischer Fahrzeuge bei den zivilen Limousinen, kenntlich an den abwechselnd hinter dem Kühlergrill oder auf dem Dach aufblitzenden Lichtern in rot und blau. Keines der Fahrzeuge hatte eine Sirene an, die Vorbeifahrt erfolgte nahezu geräuschlos. Sehen Sie das Video der Fahrt hier:

Video
Obama-Konvoi fährt über Großen Stern
Obama-Konvoi fährt über Großen Stern


21:50 Uhr: Der Mittwoch voll mit Terminen: militärische Ehren in Schloss Bellevue, dann Gespräch, Pressekonferenz und Mittagessen unter vier Augen mit Angela Merkel. Kurze Pause, zentrale Rede vor mehr als 4000 geladenen Gästen am Brandenburger Tor. Dann noch ein Treffen mit SPD-Kandidat Peer Steinbrück und festliches Abendessen in der Orangerie von Schloss Charlottenburg, bekocht von Tim Raue. Schließlich: Nachtflug zurück nach Washington. Aber um was soll es in der Rede gehen? Ein Weckruf an den Westen soll es werden. Die Ansprache sei ein „Appell an die Bürger und die Regierungen, das Notwendige zu tun, damit wir in den kommenden 50 Jahren genau so erfolgreich sein werden wie in den vergangenen 50“, sagte Obamas stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater Ben Rhodes am Dienstagabend auf dem Flug nach Berlin. Bloß weil der Kalte Krieg vorbei sei, sollte man nicht dem Irrglauben erliegen, "die Geschichte hinter uns gelassen zu haben". Die Berlin-Kulisse spiele für die Rede eine wichtige Rolle. „Das ist ein Ort, an dem US-Präsidenten über die Rolle der freien Welt gesprochen haben.“

21:20 Uhr: Jetzt beginnt das große Rätselraten. Was machen Obama und seine Familie jetzt mit dem angebrochenen Abend? Bleiben Sie im Hotel? Möglich. Joggt Obama noch eine Runde durch die Berliner Abendsonne? Eher unwahrscheinlich. Trifft sich Obama noch mit seiner Halbschwester Auma, die zurzeit ebenfalls in Berlin ist? Denkbar. Immerhin eines weiß man: Dass Michelle Obama auf dem Weg Richtung Potsdamer Platz in der ersten Präsidentenlimousine saß und Barack Obama in der zweiten.

21.15 Uhr: Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka hat „Entscheider aus Medien, Wirtschaft und Politik" zur alljährlich stattfindenden Vattenfall Business Media Night in die Gendarmerie am Gendarmenmarkt geladen. Auch hier geht es diesmal weniger um Energieprognosen und Polittratsch. Die einen freuen sich, dass sie in der leeren Stadt so gut durchgekommen sind, die anderen punkten mit Insider-Infos zum Obama-Besuch. Den Hoteldirektoren hat der Besuch offenbar ein gutes Zusatzgeschäft eingebracht. Die Zahl der Delegationsmitglieder, die sich zur Vor- und Nachbereitung in der Stadt befinden, wird auf etwa 1000 geschätzt. Andere wissen schon, was Obama geschenkt bekommt, nämlich ein Brandenburger Tor aus KPM-Porzellan „wie der Papst“. Michelle Obama soll eine Vase erhalten und die Töchter Buddy Bären und T-Shirts.

21:05 Uhr: Barack Obama ist mit seiner Familie und seinem Tross am Potsdamer Platz angekommen. Jetzt heißt es erstmal einchecken im Ritz Carlton.

20:51 Uhr: Obama hat die Siegessäule passiert. Doch anders als vor fünf Jahren fanden sich hier nur 20 Schaulustige ein. Gerufen haben die nichts. Immerhin, sie haben auch nicht gepfiffen. Es ist still als die Kolonne vorbei rauscht. Dutzende Fahrzeuge des amerikanischen Secret Service begleiten das Präsidentenauto. Mit Rot- und Blaulicht im Wechsel fahren Sie die Straße des 17. Juni entlang, aber ohne Sirenen. Seinen großen Auftritt hat Obama diesmal aber auch vor dem Brandenburger Tor.

25 Stunden Berlin: Der Zeitplan von Barack Obama
Eintrag des prominentesten Linkshänders der Welt ins Goldene Buch der Stadt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 28Foto: Thomas Platow/Senatskanzlei
19.06.2013 17:47Eintrag des prominentesten Linkshänders der Welt ins Goldene Buch der Stadt.

20:47 Uhr: Barack Obama nähert sich der Siegessäule, dort wo er 2008 bereits einmal als Kandidat aufgetreten war, Richtung Potsdamer Platz. Vor seinem Tross sind dutzende Polizeiwagen unterwegs.

20:43 Uhr: Guido Westerwelle hat dann also doch Barack Obama empfangen. Ursprünglich war das nicht vorgesehen, sondern der Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Jürgen Mertens (59), ehemaliger deutscher Botschafter in Kolumbien, sollte Obama empfangen. Das aber war vielen dann doch etwas zu wenig, selbst wenn der Besuch von Obama als Arbeitsbesuch deklariert ist, wohl auch, um keine all zu hohen Erwartungen zu wecken.

20:40 Uhr: In Tegel ist schon wieder alles vorbei. Der Rote Teppich wird eingerollt und der Tross ist unterwegs in die Stadt.

20:31 Uhr: Barack Obama verlässt mit seiner Familie die Maschine. An seiner Hand geht seine jüngste Tochter Sasha. Seine Frau Michelle Obama folgt mit der älteren Tochter Malia. Außenminister Guido Westerwelle begrüßt den Präsidenten, Michelle Obama bekommt einen Blumenstrauß. Auf dem Rollfeld begrüßt Obama auch den scheidenden US-Botschafter in Deutschland Philip Murphy. Jetzt geht es Richtung Ritz Carlton am Potsdamer Platz.

20:30 Uhr: Die Limousinen fahren vor. Darunter auch das "Beast". Gleich wird Obama aus der Maschine steigen und Richtung Potsdamer Platz aufbrechen.

20:20 Uhr: Barack Obama ist in Berlin mit seiner "Air Force One" gelandet. Und auf dem Parkdeck des "Clou" gibt es Jubel: Sie haben doch noch alles gesehen. Und die erste Überraschung gibt es: Anders als im Protokoll vorgesehen wird er doch von Außenminister Guido Westerwelle empfangen.

20:10 Uhr: Auf dem Parkdeck des "Clou" sinkt die Stimmung. Warum? Der Glaube schwindet, dass von hier tatsächlich viel zu sehen gibt, zumal kaum einer ein Fernglas dabei hat, die meisten auch nur ihre Smartphone-Kameras - und weil die bisher so unauffälligen Polizisten sich nun doch einmischen: Runter von den erhöhten Parkdeckmauern, lautet die Ansage.

19:54 Uhr: Wie wird Barack Obama mit seiner Kolonne in die Stadt kommen? Der Weg ist natürlich offiziell geheim. Aber so viele Möglichkeiten gibt es nicht. Er könnte so fahren, dass er am Ende durch den Tunnel zum Potsdamer Platz kommt. Dafür spricht allerdings nicht viel. Erstens sind Tunnel immer ein Sicherheitsrisiko, außerdem gibt es viele Baustellen. Wahrscheinlicher ist, dass er über den großen Stern und Straße des 17. Juni kommt. Auf dieser Strecke werden insbesondere auf Höhe der Technischen Universität bereits Ampeln ausgeschaltet und Absperrband gespannt. Polizeihubschrauber kreisen über der Strecke.

19:44 Uhr auf dem Parkdeck des Einkaufszentrums "Der Clou" am Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf: Hier sind jede Menge Planespotter zusammengekommen, genießen den Sonnenuntergang, trinken ein Bierchen, ignorieren die Handvoll Polizisten, die sich unauffällig in friedlicher Koexistenz unter die Leute gemischt haben - und können es kaum erwarten, das berühmteste Flugzeug der Welt beim Anflug auf Tegel beobachten zu können, die "Air Force One" des US-Präsidenten, eine Boeing 747 der besonderen Art. Melanie Fischer hat sich mit ihrem Vater auf dem Nachhauseweg von der Arbeit "ganz spontan" entschlossen, hier den Versuch zu machen, "einmal im Leben so eine Maschine zu Gesicht zu bekommen - so oft kriegt man die Chance ja nicht". Marianne Gensch hingegen sitzt ein wenig auf heißen Kohlen. Sie will weg hier. Denn plötzlich hat sie der Gedanke überfallen, dass man von hier oben aus womöglich gar nichts sehen könne, weil das Flugzeug auf der anderen Seite landen werde. Die 46-Jährige macht sich auf den Weg: In der Bernauer Straße erhofft sie sich einen besseren Blick zu haben. Vielleicht schafft sie es ja noch rechtzeitig.

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