Liveticker zum Nachlesen : So war der 1. Mai in Berlin

Der Mai ist gekommen: von Myfest bis zur "Revolutionären 1.-Mai-Demo", von DGB bis Tocotronic. Hier unser Ticker zum Nachlesen.

von , , , , , , , und Jana Lotze, Lea Frehse, Anna Graefe
"Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse." Polonaise am Rand der abendlichen Demo. Zehntausende feierten den 1. Mai in Kreuzberg bis spät in die Nacht.
"Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse." Polonaise am Rand der abendlichen Demo. Zehntausende feierten den 1. Mai in...Foto: Davids/ Florian Boillot

0.00 Uhr - So, unser Liveticker verabschiedet sich. Der Tag der Arbeit ist für uns beendet. Wir gehen jetzt auch feiern. Vielen Dank an unsere Leser und Leserkommentatoren.

23.47 Uhr - Tocotronic am 1. Mai in Berlin: Am Erscheinungstag ihrer elften Studioplatte haben Tocotronic am Freitag ihren Berliner Fans „Das rote Album“ vorgestellt. Während sich draußen vor dem SO36 in Berlin Kreuzberg traditionsgemäß die Feierlichkeiten und Demos zum 1. Mai stattfanden, spielten Sänger Dirk von Lowtzow, Bassist Jan Müller, Gitarrist Rick McPhail und Schlagzeuger Arne Zank in dem Club ihre neuen Songs. Das Album mit Liedern wie „Rebel Boy“, „Die Erwachsenen“ oder „Ich öffne mich“ ist dem Gefühl der Liebe gewidmet - mit all seinen schönen, niederschmetternden und bedrückenden Seiten. Vor Hunderten Zuschauern spielten die vier Hanseaten aber auch Klassiker aus ihrer Sturm-und-Drang-Phase wie „Die Grenzen des guten Geschmacks“ und „Samstag ist Selbstmord“. Tocotronic gilt als eine der einflussreichsten deutschsprachigen Musikgruppen der Gegenwart. Ganze fünf Zugaben spielte die Band bevor sie sich der Sänger mit dem Satz „Fuck you Frontex“ verabschiedete (mit dpa).

Tocotronic bei der vierten Zugabe: "Kapitulation".
Tocotronic bei der vierten Zugabe: "Kapitulation".Foto: Sebastian Leber

23.29 Uhr - Erhöhte Polizeipräsenz in der Nacht: Die Polizei wird die ganze Nacht über eine erhöhte Präsenz zeigen, sagte ein Polizeisprecher. Aus der Kernzone in Kreuzberg werden allerdings soeben die ersten Beamten abgezogen. Jetzt wird in Kreuzberg und Neukölln Streife gefahren, um zu verhindern, dass Gruppen von autonomen Geschäfte oder Banken attackieren.

23.22 Uhr - Görlitzer Bahnhof und U-Bahnhof Kottbusser Tor wieder offen:

23.07 Uhr - U-Bahnhöfe aus Sicherheitsgründen gesperrt: Wer das Myfest per Bahn verlassen will, der muss meist zum Schlesischen Tor oder zur Prinzenstraße. Der Grund dafür ist, dass es letztes Jahr zu starkem Gedränge in den betroffenen U-Bahnhöfen Görlitzer Bahnhof und Kottbusser Tor kam. Unter anderem wurden Notbremsen gezogen, so ein Polizeisprecher. Um das dieses Jahr zu verhindern, hat man die Bahnhöfe geschlossen, damit sich die Menschen etwas verteilen.

22.50 Uhr - Keine Züge vom Görlitzer Bahnhof und vom Kottbusser Tor: Die beiden U-Bahnhöfe sind auf Anweisung der Polizei weiterhin geschlossen, teilte die BVG mit. Seit heute Nachmittag halten die Bahnen dort nicht mehr, der anfängliche Grund für die Sperrung war Überfüllung.

22.30 Uhr - Einzelne ziehen weiter Richtung Schlesisches Tor: Die Demo endete zwar offiziell am Lausitzer Platz, aber manche Demonstrationsteilnehmer sind einfach weitergelaufen, Richtung Schlesisches Tor.

22.13 Uhr - Tanzen auf dem Autodach: Der Spreewaldplatz ist proppenvoll. Hier ist das Open Air der Bar "Locke Müller" und es herrscht Feierlaune (das Lineup der Veranstaltung gibt es hier). In der Nähe übertreiben es manche allerdings etwas mit dem Feiern und tanzen auf Autodächern.

21.48 Uhr - Situation hat sich beruhigt: Die Stimmung hat sich wieder beruhigt, meldet unser Reporter aus Kreuzberg. Die erhöhte Aggression und die Angriffe auf die Polizeiautos dauerte nur kurz an. Dadurch, dass auch Steine in Polizeigruppen geworfen wurden, gab es einige verletzte Beamte. Die Polizei ist inzwischen mit den Autos abgezogen. Jetzt verteilen sich uniformierte Beamte in der Skalitzer Straße. Die Polizei hat die Anzahl der Demoteilnehmer auf 18.000 hochkorrigiert. Im Vergleich zur Größe verlief die Veranstaltung weitgehend Störungsfrei, teilt die Polizei mit. Auf dem Lausitzer Platz halten sich noch etwa 6000 Menschen auf, der Rest der Demonstration ist weitergezogen und hat sich mit den Feiernden vermischt.

21.31 Uhr - Hunger haben alle

21.30 Uhr - Demo für beendet erklärt: Die Berliner Polizei vermeldet über ihren Twitter-Account, dass die Demonstration von der Veranstaltungsleiterin für beendet erklärt wurde.

21.17 Uhr - Mannschaftswagen mit Steinen und Flaschen beworfen: An der Skalitzer Straße Ecke Zeughofstraße werden Mannschaftswagen der Polizei mit Steinen, Flaschen und Böllern beworfen. Einzelne Steine fliegen auch in Polizistengruppen. Die Polizei wehrt sich mit Pfefferspray und Reizgas.

21.00 Uhr - Stimmung wird aggressiver: Die Demo ist am Lausitzer Platz angekommen. Die Polizei holt Straftäter aus der Menge der Autonomen und wird dabei von Sympathisanten attackiert. Böller werden geworfen. Die Polizei muss ihre Festnahmen massiv abschirmen, um sich gegen die Demonstranten durchsetzen zu können.

20.58 Uhr - Hände hoch?

20.55 Uhr - 70 Jahre nach dem Krieg: Nicht nur der 1. Mai ist beschäftigt uns dieses Wochenende, sondern auch der 2. Mai. Morgen, Samstag, ist es 70 Jahre her, dass der Zweite Weltkrieg in Berlin zu Ende ging.

Die Spitzen des Berliner Senats und des Abgeordnetenhauses erinnern daran am Samstag. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird eine Gedenkrede halten. In der Hauptstadt war der Krieg schon eine Woche vor der Kapitulation der gesamten Wehrmacht am 8. Mai 1945 zu Ende gegangen. Am 2. Mai streckten die letzten versprengten Wehrmachtsverbände in der Stadt ihre Waffen. Zuvor hatte Adolf Hitler am 30. April im Führerbunker Selbstmord begangen. Mit dem Twitter-Account „Heute vor 70 Jahren“ von @digitalpast wird an die Geschehnisse erinnert.

20.47 Uhr - Keine weiteren U-Bahnhöfe gesperrt: Aufgrund von Überfüllung mussten bereits am frühen Nachmittag der Görlitzer Bahnhof sowie der U-Bahnhof Kottbusser Tor gesperrt werden. Am Schlesischen Tor kann man weiterhin zusteigen. Das kostet die Mitarbeiter der BVG aber wohl viel Kraft.

20.45 Uhr - Hans-Christian Ströbele fährt vorne weg: An der Spitze der Demo radelt jetzt Hans-Christian Ströbele von den Grünen. Der Zug überquert die Wiener Straße und ist kurz vor dem Lausitzer Platz, wo die Demo enden wird.

20.39 Uhr - Etwa 15.000 Teilnehmer: Eine letzte Zählung der Polizei hat ergeben, dass etwa 15.000 Menschen an der Demo teilgenommen haben. Vor allem aus der Mitte des Zuges kam es wohl zu vereinzelten Zwischenfällen. In der Karl-Marx-Straße wurden die Scheiben einer leerstehenden C&A-Filiale eingeschlagen. Demonstranten zündeten danach Bengalos in dem Gebäude. Am Kottbusser Damm gingen einige Scheiben eines Biomarktes zu Bruch. Inzwischen ist die Demo auf dem Rückweg.

20.26 Uhr - 1. Mai Demo in Hamburg von Polizei abgebrochen: Während es bei dem Demozug in Berlin bislang keine gewalttätigen Auseinandersetzungen gab, ist die Demo in Hamburg von der Polizei frühzeitig abgebrochen worden, nachdem gewaltbereite Demo-Teilnehmer Böller und Gegenstände auf Polizisten geworfen hatten.

Der 1. Mai 2015 in Berlin
Was bleibt. Müllberg am Rande einer Party.
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1 von 41Foto: Matthias Kappeler/ dpa
01.05.2015 22:33Was bleibt. Müllberg am Rande einer Party.

20.10 Uhr - Demozug zieht mit Rauchhaus-Song am Hermannplatz vorbei: Er gehört so sehr zu der traditionellen Demo, wie das Polizeiaufgebot und die roten Fahnen - der Song "Rauchhaus" von der legendären Berliner Polit-Rock-Band, erschienen auf ihrem Album "Keine Macht für Niemand" 1972. Während die Demonstration am Hermannplatz vorbei zieht, wird der Song vom Lautsprecherwagen aus gespielt, etliche grölen mit.

20.00 Uhr - Hermannplatz abgeriegelt: Die Demonstration hat den Hermannplatz erreicht. Dieser sei "massiv" abgeriegelt laut unserem Reporter vor Ort, Jörn Hasselmann. Die Maßnahme sei dazu da, damit die Demonstranten nicht in die Nähe der Karstadtfiliale und der Deutschen Bank kommen. "Man kann nur an der Seite vorbei, wo McDonalds ist", beschreibt Hasselmann die Situation. Die Santander Bank ist mit Holzplatten abgeriegelt. Es soll wohl auch vereinzelte Stein- und Flaschenwürfe gegeben haben, aber nicht an der Demo-Spitze, sondern etwas weiter hinten. Der Protestzug wächst stetig an, da sich Schaulustige anschließen.

In Neukölln, in der Karl-Marx-Straße ging die Scheibe eines Geschäftes zu Bruch.
In Neukölln, in der Karl-Marx-Straße ging die Scheibe eines Geschäftes zu Bruch.Foto: Sebastian Scheller

19.50 Uhr - Ein bisschen Farbe: Der Polizeihubschrauber schwebt sehr "präsent" über der Demonstration, berichtet Sebastian Scheller, ein Demoteilnehmer der Tagesspiegel-Redaktion. Auf dem Boden ist alles ruhig. Ein paar Autos und Polizeiwagen wurden mit Farbbeuteln beworfen. In der Karl-Marx-Straße ging die Scheibe eines Geschäftes zu Bruch.

19.45 Uhr - Grillen, Tanzen, Quetschen: Eindrücke vom MyFest 2015 im Video

19.42 Uhr - Vereinzelte Zwischenfälle: Vereinzelt wurden Steine auf Polizeiautos geworfen. Aus der Menge heraus wurden auch Knallkörper und bengalische Feuer gezündet. Am Rande des Demonstrationszuges gingen
Reklametafeln zu Bruch. Die Polizei war mit 6200 Beamten im Einsatz, hielt sich aber sehr zurück. Wie in den Vorjahren waren mehrere Antikonfliktteams unterwegs, berichtete die dpa.

19.40 Uhr - Geschäft schützt sich mit Sperrholzplatten: Die Demonstration hat die Karl-Marx-Straße erreicht. Ein Modegeschäft hat die Scheiben mit Sperrholzplatten geschützt. Wie viele Demonstranten genau dort sind, kann die Polizei noch nicht sagen. Am Spreewaldplatz waren es etwa 5000. Hier ist allerdings nicht genau klar, wer für die Demo dort war und wer einfach aufgrund des Myfestes.

19.03 Uhr - Demo ist gestartet: Die Demo zum 1. Mai hat sich vom Spreewaldplatz in Bewegung gesetzt. Es ging durch die Ohlauer Straße, vorbei an der Gerhart-Hauptmann-Schule. „Wir sind überall“ steht auf dem Fronttransparent. Dahinter laufen etwa 100 vermummte Demonstranten, dann kommt der erste Lautsprecherwagen und der Rest der Protestierenden. Zwischendrin auch eine kleine Gruppe von "Der Partei" mit Fahnen. Kreative T-Shirts gibt es auch zu sehen: Ein Demonstrant trägt eines mit dem Aufdruck "Unordnungsamt". Die Menschen die zuvor noch in der Ohlauer Straße gestanden haben laufen einfach mit bei der Demo. Die ersten Leuchtfackeln wurden gezündet. In Grün statt Rot.  Jetzt ist die Demo in die Reichenberger Straße eingebogen.

19.00 Uhr - Der 1. Mai live auf Twitter. Wenn Sie etwas beitragen wollen, einfach die Wörter "Berlin" und "1Mai" in ihrem Tweet erwähnen:

18.54 Uhr - Die halbe Stadt feiert: Wesentlich mehr menschen als bei den Demos haben sich schon jetzt an diversen Open Air Parties versammelt. Im Club der Visionäre beispielsweise spielt heute Ricardo Villalobos, Oliver Deutschmann spielt im Locke Müller und Tama Sumo erweist dem Garten des Berghain seine Ehre. Eine umfangreiche Liste mit Open Airs und weiteren parties heute Nacht haben die Kollegen von BLN.FM zusammengetragen.

18.37 Uhr - Revolutionäre 1.Mai Demo versammelt sich zum Start: Offiziell beginnt die Demo um 18.30 Uhr. Sie begann aber die letzten Jahre grundsätzlich später. Unser Reporter berichtet, Veranstalter und Polizei hätten sich nun auf einen Beginn um 19 Uhr geeinigt. Der Lautsprecherwagen, der den Demo-Zug anführen wird hat sich am Ende der Ohlauer Straße aufgestellt. Davor haben sich bereits zwei Hundertschaften Polizei in Kampfmontur positioniert. Die Gerhard-Hauptmann-Schule ist von der Polizei vorsorglich hermetisch abgeriegelt worden. Auf dem Gelände patroullieren Polizisten mit Hunden, der Eingang ist blockiert. Auch ansonsten steht die Ohlauer Straße komplett voller Mannschaftswagen. Aber nicht nur Beamte im Einsatz sind vor Ort, sondern auch Polizeiprominenz ist da, etwa die Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers.

18:33 Uhr - Weimar ist entsetzt: Weimar ist entsetzt über die Attacke von Rechtsextremen auf die Mai-Kundgebung. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Carsten Schneider, dem die Rechten das Mikrofon entrissen und ihn bedrängt haben: "Wann wacht endlich mal der eisleckende Rest dieses Landes auf und kommt aus seiner Biedermeierhaltung raus? Ist Euer Land. Überlasst es nicht dem Mob. Nur schoppen und Landlust lesen könnte am Ende ein bisschen zu wenig sein." Mehr zu den Vorkommnissen in Weimar können Sie hier lesen.

18.24 Uhr - Spontandemo vollständig aufgelöst: Die jährlich stattfindende "Spontandemo" um 17 Uhr hat sich vollständig aufgelöst. Die Polizei hatte die Demo auseinander getrieben, die Demonstranten sammelten noch das heruntergerissene Transparent ein und verließen das Fest friedlich.

Die Route der Revolutionären 1. Mai Demo.
Die Route der Revolutionären 1. Mai Demo.Quelle: Polizei/Tsp

18.15 Uhr - Gleich geht die Revolutionäre 1.Mai Demo los: Ob Sie teilnehmen oder sich in Sicherheit bringen wollen. Hier nochmals die geplante Demo-Route.

18.10 Uhr - Tausende auch abseits des offiziellen Myfestes unterwegs: Im Görlitzer Park scharen sich die Leute um den Pamukkale-Brunnen. Zu Dutzenden sitzen Menschen auf dem weißen Dach des Edelweiß, wie auch immer sie dort hingekommen sind. Auch in den Straßen, vor den Lokalen feiern die Leute, tanzen zur Musik.

17.55 Uhr - "Fuck gegen Gentrifizierung, Überwachung, Hass IV, Rollkoffer": Das steht inmitten des Myfestes auf der Straße.

"Fuck gegen Gentrifizierung, Überwachung, Hass IV, Rollkoffer" steht hier auf der Straße.
"Fuck gegen Gentrifizierung, Überwachung, Hass IV, Rollkoffer" steht hier auf der Straße.Foto: Stephanie Pilick/dpa

17:54 Uhr - Das MyFest aus ironischer Distanz betrachtet:

17.42 Uhr - An der Prinzenstraße wieder Einstieg möglich: Wie die BVG twittert, ist der Einstieg in die U12 an der Prinzenstraße nun wieder möglich. Weiterhin gesperrt sind die Zugänge zu den U-Bahnhöfen Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof. Am Schlesischen Tor kann man nur Richtung Ruhleben in die U12 einsteigen.

17.39 Uhr - Sinn und Unsinn des Myfestes: Tausende feiern, doch nicht jeder ist davon begeistert. Der Handyempfang ist offenbar bei vielen gestört, die Hygiene macht vereinzelt Probleme. Und die Musik trifft nicht jedermanns Geschmack. Nicht dass es am Ende wegen O2 zu Randalen kommt.

17.34 Uhr - Kein Durchkommen für Spontandemo: Etwa 50 bis 70 Demonstranten haben sich hinter einem Fronttransparent versammelt, viel mehr sind nicht mehr dabei, kein Vergleich zu den vielen Hundert 2014. "Na, wat denn?", steht auf dem Banner. Doch wegen der Besuchermassen kommen sie nur langsam voran. An einer Rap-Bühne werden sie von Künstlern und Publikum begrüßt, als wären sie bloße Myfest-Folklore. Als sie in die Adalbertstraße einbiegen, müssen sie kehrtmachen. Zu voll, keine Chance. Also weiter die Naunynstraße herunter. Schließlich greift ein Polizeitrupp ein, nimmt sich das Transparent, das zerrissen auf dem Asphalt landet. Die Demo scheint sich schnell zu zerstreuen.

17.19 Uhr - Spontan-Demo macht sich auf den Weg: "A-A-Anticapitalista", skandiert der schwarze Block. Die Spontan-Demo hat sich doch noch formiert. Etwa 50 Mitglieder des schwarzen Blocks laufen an der Spitze, insgesamt haben sich vielleicht 100 bis 200 Leute angeschlossen, der Zug ist nicht sehr eng beeinander. Viel weniger als letztes Jahr sind es, berichtet unser Reporter Jörn Hasselmann. Eher klammheimlich sei er in die Waldemarstraße eingebogen.

17.06 Uhr - Schwarzer Block sammelt sich: Klingt komisch, ist aber so. Jedes Jahr um 17 Uhr wird auf dem Myfest die Spontandemo der Linksextremen erwartet. Dieses Jahr gab es im Netz keinen Aufruf. Allerdings haben sich inzwischen etwa drei Dutzend Angehörige des schwarzen Blocks am traditionellen Treffpunkt versammelt, der Bushaltestelle an Feuerwehrbrunnen auf dem Mariannenplatz. Noch hat sich aber keine Demo gebildet.

Tag der Flaneure: Die Massen drängen zum Myfest in Kreuzberg.
Tag der Flaneure: Die Massen drängen zum Myfest in Kreuzberg.Foto: dpa/Stephanie Pilick

17.02 Uhr - Eine Stunde Anstehen für drei Minuten Kletterspaß: Eltern müssen heute besonders geduldig sein. Von einer Stunde Wartezeit vor der Kletterwand beim Kinderfest am Mariannenplatz berichtet unser Kollege Jörn Hasselmann. Und dafür gibt's dann drei Minuten Kletterspaß. Oder fünf oder sechs. Langsamkletterer können den Aufstieg definitiv mehr auskosten. In Adelbertstraße und Naunynstraße ist derweil wegen des Bühnenprogramms kein Durchkommen mehr.

16.58 Uhr - Prinzenstraße kein Einstieg mehr Richtung Zoo: Wer nach Westen will, muss umplanen. Nun ist auch in der Prinzenstraße kein Einstieg in die U12 mehr in Richtung Bahnhof Zoo möglich, teilt die BVG mit. Kotti und Görli sind bereits komplett für Ein- und Ausstieg gesperrt.

16.50 Uhr - Vom Schlesischen Tor geht's nicht nach Osten: Kollegin Berger hat sich durchgekämpft. Am Schlesischen Tor darf niemand auf den Bahnsteig, der gern mit der U12 gen Osten fahren möchte, lässt sie uns wissen. BVG-Männer versperren den Zugang. Hier dürfen nur Leute aussteigen, die mit den überfüllten Bahnen aus dem Westen ankommen. In Richtung Ruhleben ist es hingegen kein Problem.

Am Schlesischen Tor ist es voll.
Am Schlesischen Tor ist es voll.Foto: Melanie Berger

16.38 Uhr - Draußen voll, drinnen oft voll entspannt: Die Zugänge zum Myfest sind teilweise dicht, auf der Skalitzer Straße sind Massen unterwegs, auch auf der Oranienstraße herrscht dichtes Gedränge. Das berichtet unsere Kollegin Melanie Berger. Die hat gerade angerufen, um mitzuteilen, dass sie sich zur Spätschicht verspätet. Am Görlitzer Bahnhof fährt schlichtweg keine Bahn, nun muss sie weiter zum Schlesischen Tor. Insgesamt sei die Stimmung gelöst. Vor allem in den Seitenstraßen lässt es sich gut flanieren. Man muss sich nur manchmal durch Wolken von Grillfleischdüften kämpfen. Auf dem Mariannenplatz hocken die Leute entspannt, im Görlitzer Park finden sich auch genügend grüne Fleckchen zum ausspannen. In unserer Bildergalerie, die wir ständig aktualisieren, können Sie sich übrigens die vielen Impressionen vom Myfest speziell und dem 1. Mai in Berlin insgesamt ansehen.

Der 1. Mai 2015 in Berlin
Was bleibt. Müllberg am Rande einer Party.
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1 von 41Foto: Matthias Kappeler/ dpa
01.05.2015 22:33Was bleibt. Müllberg am Rande einer Party.

16.30 Uhr - Kundgebung in Marzahn beendet: Die NPD-Kundgebung in Marzahn mit rund 20 Teilnehmer ist beendet. Laut Polizei verlief die Demonstration störungsfrei. Auch die Gegendemo hat sich aufgelöst.

16.18 Uhr - Laut Veranstalter etwa 40.000 Besucher: Mehrere Eingänge beim Myfest sind inzwischen gesperrt. Etwa 40.000 feiern derzeit in Kreuzberg den Mai.

16.01 Uhr - U12 hält nicht mehr am Görli und am Kotti: Die U12 hält nun auch am Görlitzer Bahnhof nicht mehr. Schon länger fahren die Züge am Kottbusser Tor durch. Unsere Kollegin Jana Lotze ist auf dem Weg zum Myfest. Erst musste sie mehrere Bahnen passieren lassen, weil die Züge überfüllt waren. Jetzt konnte sie am Schlesischen Tor aussteigen. Und muss dort am Bahnsteig warten. BVG-Mitarbeiter lassen die ankommenden Fahrgäste nur schubweise aus dem Bahnhof heraus, berichtet sie.

15.51 Uhr - 150 Festnahmen in Istanbul: Wir haben bereits über die Proteste in der Türkei gegen das Demonstrationsverbot auf dem Taksim-Platz berichtet. Nach Behördenangaben soll es bis zum Mittag rund 140 Festnahmen in Istanbul gegeben haben. Lesen Sie hier den vollständigen Bericht unseres Korrespondenten Thomas Seibert.