Marode Haltestation : S-Bahnhof Yorckstraße wird saniert

Vorsicht an der Bahnsteigkante: An der Yorckstraße befindet sich einer der marodesten S-Bahnhöfe Berlins. Jetzt flicken die Bauarbeiter – und dabei soll’s nicht bleiben.

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Kommt eine Brücke geflogen. Ende Januar 2016 wurde einzelne Brückenelemente gerausgehoben.Weitere Bilder anzeigen
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30.01.2016 14:32Kommt eine Brücke geflogen. Ende Januar 2016 wurde einzelne Brückenelemente gerausgehoben.

Der mit etwa sechs Metern schmalste Bahnsteig der S-Bahn ist in diesen Tagen noch schmaler geworden. Ein Gerüst zwingt die Fahrgäste auf dem Bahnhof Yorckstraße dicht ans Gleis – auch bei ein- und ausfahrenden Zügen. Zwischen Bahnsteigkante und Gerüst ist nur noch etwa ein Meter Platz. Sicherheitsprobleme sieht die Bahn nicht. Vorübergehend warnten Hinweisschilder vor der Enge, doch die Tafeln sind jetzt auch verschwunden.

Das Gerüst ist erforderlich, um das Bahnsteigdach zu erneuern. Die alte Anlage sei so baufällig gewesen, dass die Arbeiten jetzt vorgenommen werden müssten, sagte ein Bahnsprecher. Komplett saniert werden soll die heruntergekommene Station frühestens 2016/17. Dann soll auch das Umsteigen zwischen der S- und U-Bahn einfacher werden.

An der Yorckstraße gibt es drei Bahnhöfe, zwei für die S-Bahn und einen für die U-Bahn. Verbunden sind sie nicht. Besonders der Weg von der U-Bahn zum S-Bahnsteig für die Züge der S 2 (Blankenfelde–Bernau)und S 25 (Teltow Stadt–Hennigsdorf) ist lang.

Beim Bau des 1971 eröffneten U-Bahnhofs war zwar ein Tunnel unter der Yorckstraße zum S-Bahnhof vorgesehen, gebaut wurde er nicht, weil die von der Reichsbahn der DDR betriebene S-Bahn in West-Berlin boykottiert worden war. Von Fahrgästen, aber auch von Planern.

Nachdem 1984 die BVG den Betrieb der S-Bahn übernommen hatte, nahm die Zahl der Umsteiger zu, die Fahrgäste mussten dabei die Yorckstraße mit ihrem starken Autoverkehr überqueren. 1985 war als Provisorium eine Holzbrücke gebaut worden war, um den Fahrgästen beim Umsteigen den Weg über die Yorckstraße zu ersparen. Die Treppe ist dabei auf dem nördlichen Gehweg gebaut worden, wo es jetzt kaum noch Platz für Fußgänger gibt. Beim Umbau soll später eine der alten Bahnbrücken als Fußweg hergerichtet werden. Pläne, den Bahnsteig über die Yorckstraße zu legen, so dass es von beiden Straßenseiten kurze Wege zur S-Bahn gäbe, werden nicht weiterverfolgt. Auch die BVG will den Zugang zum S-Bahnhof durch einen Umbau des U-Bahnhofs durch einen neuen Zugang mit Aufzug erleichtern.

Am benachbarten Bahnhof Yorckstraße (Großgörschenstraße) der Wannseebahn will die Bahn im nächsten Jahr einen Aufzug einbauen. Vorgesehen ist auch, die alten Brücken dort durch Neubauten zu ersetzen. Auch an der Großgörschenstraße sollen die alten Überbauten verschwinden. Die Ausschreibung läuft. Die anderen alten Brücken, über die einst Züge zum Anhalter Bahnhof fuhren, sollen erhalten werden. Klaus Kurpjuweit

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