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Marzahn-Hellersdorf : Lageso soll umstrittenes Flüchtlingsheim überprüfen

Der Verein "Hellersdorf hilft!" spricht von skandalösen Zuständen im Flüchtlingsheim in der Maxie-Wander-Straße. Nun hat die Senatssozialverwaltung reagiert.

Julia Dziuba
Das Flüchtlingsheim Hellersdorf ist in einer ehemaligen Schule untergebracht.
Das Flüchtlingsheim Hellersdorf ist in einer ehemaligen Schule untergebracht.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Verein „Hellersdorf hilft“ hat am Wochenende massive Kritik an den Zuständen in der Flüchtlingsunterkunft in der Maxie-Wander-Ecke Carola-Neher Straße geäußert und die Auflösung des Vertrages mit der Betreiberfirma PeWoBe gefordert. Die Situation habe sich besonders verschlechtert, seit Anfang 2016 eine neue Leitung eingesetzt worden sei – laut Verein eine Frau, die vor einigen Jahren in Bernau für die DVU kandidiert haben soll. „Seither wenden sich regelmäßig verzweifelte Geflüchtete an unseren Verein, die von den unhaltbaren Zuständen berichten und sich mittlerweile sogar vor der Heimleitung und den MitarbeiterInnen fürchten“, sagt Luisa Seydel, Sprecherin des Vereins.

Die Senatssozialverwaltung hat sich mittlerweile zu den Vorwürfen geäußert. Sprecherin Monika Hebbinghaus erklärte, dass das Qualitätsmanagement des Lageso "umgehend" die Unterkunft überprüfen und die Kontrollprotokolle der letzten Monate durchsehen werde. Hebbinghaus machte mit Blick auf die umstrittene Heimleitung gleichzeitig deutlich, dass ausschließlich der Heim-Betreiber PeWoBe Einfluss auf die Personalie nehmen könne. Sie gab ferner zu, dass sich mit der Kontrolle von Qualitätsstandards wie Brandschutz oder Hygiene nicht alle der geäußerten Vorwürfe überprüfen ließen.

Schroff und aggressiv

Die Vorwürfe reichen vom Abstellen des W-Lan und dem Entsorgen gespendeter Kinderwagen über Einschüchterungen im Stil „Ich Chef, du nichts“ bis zu vielen Hausverboten in den vergangenen Monaten, sodass sogar Väter von ihren Familien getrennt worden seien. Engagierte Mitarbeiter hätten gehen müssen oder es nicht mehr ausgehalten, der Ton der wenigen neuen Mitarbeiter sei „schroff und aggressiv“. Die Betreiberfirma war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sascha Langenbach, Sprecher der Senatssozialverwaltung, hatte zu den Vorwürfen konkret am Wochenende nichts sagen können, versicherte aber, dass das Qualitätsmanagement des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) solchen Hinweisen grundsätzlich nachgehe, egal von wem sie kämen. In den Kontrollprotokollen werde genau festgehalten, ob beispielsweise der Personalschlüssel stimme und die vereinbarten Catering-Leistungen erbracht würden. Bei wiederholten Hausverboten müsste zudem das Lageso informiert werden.

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