"Mauer - keine Dauer" von Ben Wagin : Ein Kunstwerk, das nicht jeder versteht

Der „Anti-Hipster” hat ein neues Kunstwerk für Berlin. Die Installation ist zwar ein Unikat. Man wird aber wohl auch Verständnis für diejenigen haben müssen, die aus der Melange aus Aktenordnern und Europaletten nicht gleich etwas Mahnendes herauslesen können, meint unser Autor.

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Mauer mit begrenzter Dauer. Der Künstler Ben Wagin präsentiert sein Werk vor dem Brandenburger Tor.
Mauer mit begrenzter Dauer. Der Künstler Ben Wagin präsentiert sein Werk vor dem Brandenburger Tor.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Berlin hält viel auf seine Hipster, die ja angeblich das Perpetuum kreatibile dieser Stadt darstellen (und uns bald links liegen lassen sollen). Aber manchmal ist es auch ganz anrührend, mal einen absoluten Anti-Hipster bei der Arbeit zu sehen wie Ben Wagin, der aus Gründen des Pazifismus schon lange nicht mehr Wargin heißt und mit seinen 83 Jahren die Stadt immer noch Mores lehrt. In seinen Lagerhallen stecken Erinnerungen für gleich mehrere Ewigkeiten, und manchmal breitet er mit kindlicher Freude ein paar davon aus.

In der Pressemitteilung zu seinem neuen Werk „Mauer – keine Dauer“ heißt es, es handele sich um skulpturale Artefakte, „die durch ihre Materialfülle eine Vielfalt von Assoziationen und Bedeutungsbezügen herstellen.“ Okay. Aber man wird wohl auch Verständnis haben müssen für Uneinsichtige, die hier einfach nur Aktenordner, Papprollen, Europaletten und CDs sehen und sich von diesen Kuriositäten eher nicht gemahnt fühlen, sondern allenfalls denken: „Echt Wa(r)gin“.

Die Installation, am Donnerstag vor dem Brandenburger Tor gezeigt, soll nun im November komplett in der Bundestagsbibliothek sowie bei der EU in Brüssel gezeigt werden. Gut, dass dort selten Berliner Hipster vorbeikommen. Sie würden wohl nur den Kopf schütteln.

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