Medienpreis : "Goldene Henne" für Lech Walesa

Vor Hunderten Ehrengästen sind deutsche Medienstars am Mittwochabend mit der "Goldenen Henne" ausgezeichnet worden. Polens Ex-Präsident Lech Walesa wurde mit dem Preis für sein politisches Wirken als Freiheitskämpfer geehrt.

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Fröhlich: Lech Walesa wurde mit der "Goldenen Henne" geehrt.
Fröhlich: Lech Walesa wurde mit der "Goldenen Henne" geehrt.Foto: dapd

Gleich zu Beginn brachte Günther Jauch den Abend auf den Punkt. Ob die „Goldene Henne“ abgenommen habe, wollte er wissen. Sie sei ihm schwerer vorgekommen, als er sie vor zwölf Jahren zum ersten Mal gewann. Zwar wiegt der Medienpreis, der am Mittwochabend bereits zum 18. Mal im Theater am Potsdamer Platz in Erinnerung an die 1995 verstorbene DDR-Entertainerin Helga „Henne“ Hahnemann von der Zeitschrift „Superillu“ verliehen wurde, noch immer 3,5Kilogramm. Aber als Schwergewicht deutscher Unterhaltung zeigte sich die Gala keineswegs. Sie wirkte wie aus der Zeit gefallen: DJ Bobo, der seine große Zeit in den 90er hatte, eröffnete die Show musikalisch, Inka Bause moderierte so gestelzt, als ob sie es mit ihren Landwirten in RTLs „Bauer sucht Frau“ zu tun hätte, und selbst Sänger Frank Schöbel, in der Kategorie „Lebenswerk“ausgezeichnet, schien die Veranstaltung nicht ganz ernst zu nehmen.

Günther Jauch, ausgezeichnet in der Kategorie „Moderation“ sowohl für seine RTL-Show „Wer wird Millionär“ als auch für seine ARD-Talkshow, freute sich dann aber doch über den Preis. „Hier hat keine Jury entschieden, sondern das Publikum und das bedeutet mir viel“, sagte er. Vorab hatten dieLeser der „Superillu“ aus 52 Nominierten in insgesamt fünf Kategorien die Gewinner wählen dürfen. In der Kategorie „Bester Schauspieler“ entschieden sie sich für Matthias Schweighöfer. Schlagersängerin Helene Fischer siegte in der Kategorie „Musik“, Ex-Biathlethin Magdalena Neuner erhielt den Preis in der Kategorie „Sport“.

Der „Ehrenpreis Sport“ ging an den Berliner Diskuswerfer und Olympiasieger Robert Harting und den KanuClub Potsdam. In der Kategorie „Politik“ überreichte Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des DDR- Staatssicherheitsdienstes,den Preis an den früheren polnischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa. „Als Oppositioneller gegen die kommunistische Diktatur wurde er zum Helden und Vorbild für Millionen vonMenschen“, begründete die Jury die Wahl Walesas.

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