Milder Winter in Berlin : Am Wochenende kommt der nächste Sturm

Die erste Februarhälfte zählt noch zum Hochwinter, viel davon zu sehen ist momentan bei Tagestemperaturen im zweistelligen Bereich aber nicht. Auch in den nächsten Tagen ist nicht mit einem Kälteeinbruch zu rechnen – dafür aber mit heftigem Wind.

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Winter light. In Berlin ist in diesem Februar Radelwetter - sofern der kräftige Wind nicht gerade von vorn kommt.
Winter light. In Berlin ist in diesem Februar Radelwetter - sofern der kräftige Wind nicht gerade von vorn kommt.Foto: dpa

Die Vögel singen seit Tagen ihre Frühlingslieder, und seit Freitag ist die Lufttemperatur tagsüber zumindest nicht allzu weit entfernt von den etwa 14, 15 Grad, die die alten Wärmerekorde für diese Tage des Jahres markieren. Am kommenden Sonnabend dürften sie es sogar deutlich in den zweistelligen Bereich schaffen, prophezeit der Wetterdienst Meteogroup. Dazu dürfte es einmal mehr heftig stürmen: Böen der Stärke 9 werden in Berlin erwartet, und auch in den Tagen darauf soll es sehr windig bleiben bei nur leicht sinkenden Temperaturen.

Dabei zählt die erste Februarhälfte noch zum Hochwinter, das tiernamenlose Gegenüber der heißen Hundstage im August. Der Meteorologe Karsten Kürbis weiß von Nachttemperaturen um minus 26 und Tages-, nun ja, -höchsttemperaturen um minus 16 Grad aus der Wetterchronik des Februars 1929 zu berichten. Gemäß dem langjährigen Mittel stünden uns zurzeit tagsüber etwa drei Grad plus zu – bei Nachtfrost in ähnlicher Größenordnung. Doch davon ist Berlin mindestens bis zum Wochenende weit entfernt, wahrscheinlich auch noch länger.

Erster milder Februar seit 2008

Damit es so mild bleibt, muss allerdings kräftiger Wind den Nachschub so schnell liefern wie ein Pizzabote das Essen. Sonst wird es kalt. Denn die milde Luft aus Richtung Atlantik und Mittelmeer würde auf ihrem Weg über den Kontinent stärker auskühlen, wenn sie länger unterwegs wäre. „Erst Anfang März ist die Strahlungsbilanz wieder ausgeglichen“, sagt der Meteorologe Karsten Kürbis. Dann hat die Sonne genug Kraft, Luftmassen zu erwärmen.


Die immer neuen Tiefs – die als verheerende Stürme auf Westeuropa treffen – haben die Frostluft ostwärts weggeschoben bis auf eine Linie etwa von Helsinki nach Moskau. Das bedeutet für Berlin einen komfortablen Sicherheitsabstand. Weiter westwärts als bis nach Niedersachsen und Thüringen hat es die Frostluft in diesem Winter ja noch nie geschafft. „Einen richtig kräftigen Winter mit Dauerfrost sehe ich nicht mehr“, sagt Kürbis. Was nicht heißen soll, dass man schon die Sommerreifen montieren lassen darf, denn schneien und nachts frieren kann es auch in mehreren Wochen noch.
Damit verspricht dieser Februar der erste wirklich milde seit 2008 zu werden. In den fünf Jahren seither war es immer eisig mit teils ergiebigem Schneefall. Für strengen Frost muss die Luft aus der entgegengesetzten Richtung kommen: aus Sibirien oder Skandinavien, wo das Land unter Schnee liegt und kein offenes Meer sie erwärmt. Damit das passiert, müsste sich das Wettergefüge komplett umstellen, wofür wenig spricht. Also stehen Berlin bis auf Weiteres typische Herbsttage bevor.

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