Missbrauchs-Skandal : Parkeisenbahn-Chef tritt wegen vertuschter Übergriffe zurück

Die neuen Vorwürfe wogen schwer, die Rücktrittsforderungen von Seiten des Senates waren eindeutig. Jetzt hat der Geschäftsführer der Parkeisenbahn Konsequenzen gezogen.

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Bitte zurückbleiben! Mit ordentlichen Uniformen ausgestattet spielten Kinder und Jugendliche in der Wuhlheide Eisenbahn. Dabei kam es zu sexuellen Übergriffen.
Bitte zurückbleiben! Mit ordentlichen Uniformen ausgestattet spielten Kinder und Jugendliche in der Wuhlheide Eisenbahn. Dabei kam...Foto: Imago

Am Freitag hat der langjährige Geschäftsführer der Parkeisenbahn Wuhlheide, Ernst Heumann, im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen an Kindern und Jugendlichen bei der Einrichtung sein Amt aufgegeben. Wie berichtet, war am Donnerstag bekannt geworden, dass er als Chef der Bahn schon seit 2002 über pädophile Taten Bescheid wusste – aber nichts dagegen unternahm.

Im Prozess zu den Missbrauchsfällen hatten am Donnerstag zugleich zwei Angeklagte gestanden. Der Hauptangeklagte Tobias N. gab zehn Übergriffe auf Jungen zu. Insgesamt wird über 13 Fälle zwischen 2001 und 2007 verhandelt. N. hatte bei der von Kindern und Jugendlichen betriebenen Schmalspurbahn im Köpenicker Freizeit- und Erholungszentrum Wuhlheide führende Funktionen inne.

Die schweren Vorwürfe gegen Ernst Heumann beruhen auf einem Gesprächsprotokoll der Parkeisenbahn von 2002. Daraus geht hervor, dass schon damals ein Junge geklagt hatte, der Mitarbeiter Thomas W. habe ihn intim berührt. Heumann wirkte danach aber auf das Kind ein, die Vorwürfe zu verschweigen. Gegenüber der rbb-Abendschau, die das Protokoll veröffentlicht hatte, gab er am Donnerstag sein Versagen zu. Es sei falsch gewesen, die Anschuldigungen des Jungen nicht ernst zu nehmen. Stattdessen war der Beschuldigte noch bis 2010 für die Bahn tätig. Erst 2012 wurde er wegen Missbrauchs eines anderen Jungen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Staatssekretärin Sigrid Klebba von der Jugendverwaltung begrüßte am Freitag den Rücktritt. Nun werde man mit der Parkeisenbahn „eine neue Organisation aufbauen, die den Kinderschutz besser berücksichtigt“, schreibt sie.

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