Mitte : Neue Pläne fürs Postfuhramt vorgestellt

Ein Hotel, ein Café und Wohnungen: Der israelische Investor Elad will das Postfuhramt umfassend umgestalten und hat dabei auch Platz für die Galerie C/O eingeplant. Deren Sprecher bleibt jedoch skeptisch.

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Dieser Plan zeigt die beiden geplanten Neubauten auf dem Gelände des Postfuhramts.
Dieser Plan zeigt die beiden geplanten Neubauten auf dem Gelände des Postfuhramts.Foto: Markus Langenstraß

Vertreter des israelischen Investors Elad und Architekt Wolfgang Keilholz präsentierten am Mittwoch die neuen Pläne für ein umgebautes Postfuhramt vor dem bezirklichen Bauausschuss für Mitte. Sie sehen eine deutlich ausgedünnte Bebauung des alten Postfuhramtgeländes, das zwischen Oranienburger, Tucholsky und Auguststraße liegt, vor. Bisher stehen alte Garagen auf dem weitläufigen Innenhof. Sie werden abgerissen.

Zwei Gebäude entstehen neu: Eines wird in die Rückseite des in den 50er Jahren rekonstruierten Fassadenteils zur Oranienburger Straße eingelassen. Darin soll ein Hotel eröffnen, das mit etwa 130 Betten deutlich kleiner ist als in den ursprünglichen Plänen. Das andere Gebäude könnte auf Seite der Auguststraße stehen und wie auch die oberen Stockwerke des historischen Gebäudes Wohnungen beherbergen. Zudem soll eine Tiefgarage mit ca. 110 Stellplätzen entstehen, deren Zufahrt sich auf der Auguststraße befindet.

Die Idee von der Shoppingpassage wird nicht weiter verfolgt. Nur ein Museumsshop und ein Café im Erdgeschoss wird entstehen. „25 Prozent des Gebäudes werden Hotel, 60 Prozent Wohnungen und der Rest ist für Kultur“, sagte Keilholz. Der Haupteingang soll künftig als „öffentlicher Durchgang“ zwischen Oranienburger und Auguststraße dienen. Im Eingangsbereich werden Besucher wieder wie 1910 bis hinauf zur Kuppel sehen können, weil die nachträglich eingezogene Zwischendecke entfernt werden soll.„Äußerlich wird sich das Gebäude nicht verändern“, sagt der Architekt.

Position bezog der Investor auch zur Galerie C/O, die lange um ihren Verbleib in den Räumen bis Ende des Jahres kämpfen musste. Auf jeden Fall bis 2012, gern auch länger, wolle man C/O halten. Baustadtrat Ephraim Gothe kündigte Verhandlungen an. Für die Galerie ist nach den Plänen das gesamte Erdgeschoss rechts des Haupteingangs eingeplant. Man wolle sich die neuen Pläne genau ansehen, sagte Mirko Nowak, Pressesprecher von C/O. Allerdings hätte die Erfahrung gezeigt, dass es schwer sei mit dem Investor zu sprechen. Er halte sich auch nicht immer an Absprachen.

Seit Jahrzehnten gibt es Streit über die Nutzung des Baus. 2010 wurde das Postfuhramt vom israelischen Investor Elad gekauft. Nachdem die alten Pläne vom Landesdenkmalrat beanstandet und ein Bauvorbescheid nicht verlängert worden war und Anwohner befürchteten, das Gelände könnte mit Shops und Hotels zugebaut werden, wurde das Verfahren im März gestoppt. Der Bezirk begann ein neues Bebauungsplanverfahren. Die neuen Pläne wurden von einigen Anwohnern als "Schritt in die richtige Richtung" bewertet. Jedoch sei der Innenhof des Postfuhramts durch die neuen Gebäude immer noch zu stark verengt, sagte Anwohner Heinrich Burchard.

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