Berlin : Mobile Beratung vor Jobcentern

Berlin - Wer Hartz IV bezieht, fühlt sich mit komplizierten Verfahren und unverständlichen Abrechnungen oft alleine gelassen. Für viele scheint der Weg zum Anwalt die einzige Möglichkeit, sich Klarheit zu verschaffen – auch das zeigt die Vielzahl der Klagen, die täglich bei den Sozialgerichten eingehen. „Dabei ist das nicht die einzige Möglichkeit“, sagt Frank Steger, Vorstandsvorsitzender des Berliner Arbeitslosenzentrums evangelischer Kirchenkreise – und verweist auf den Bus des Zentrums, der ab Montag sechs Wochen lang vor verschiedenen Jobcentern Beratung zu allen Themen rund um Hartz IV anbietet.

„Wir klären dabei aber nicht nur rechtliche Fragen, oft leisten wir fast psychologische Hilfe“, sagt Steger. Für die Besucher des Busses sei es wichtig, einen Ansprechpartner außerhalb des Jobcenters zu finden, denn dort hätten sie oft negative Erfahrungen gemacht. Viele seien überdies sehr misstrauisch, was die Abrechnungsverfahren anginge. „Wir finden tatsächlich auch manchmal Fehler“, sagt Steger. Noch wichtiger sei aber, dass die Betroffenen die Rechnungen nachvollziehen könnten. Das Jobcenter gebe dazu keine Hilfe. Auch zu Mietkostenfragen sehe er einen großen Klärungsbedarf. Da die Mietobergrenzen seit fünf Jahren immer dieselben seien, stünden viele unter großem Druck, eine billigere Wohnung zu finden. Dies jedoch werde „immer schwieriger“, sagt Steger.

Das Arbeitslosenzentrum erwartet deshalb auch im vierten Jahr der Bustour wieder großen Andrang. „Viele sind nach der Beratung zuversichtlicher“, sagt eine Mitarbeiterin. Und wenn es im Jobcenter wieder Frust gibt, wissen sie, dass draußen noch jemand ist, der helfen kann. jro

Weitere Informationen im Internet: www.beratung-kann-helfen.de

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