Berlin : Mondfinsternis: Wolken behindern die Sicht

Tobias Arbinger

Das Hochdruckgebiet "Anka" macht Mondsüchtigen einen Strich durch die Rechnung. Dichte Bewölkung und sogar Nieselregen erwartet der Wetterdienst Meteofax für heute Abend in der Stadt. Von der angekündigten totalen Mondfinsternis zwischen 19.42 Uhr und 21.52 Uhr wird man da voraussichtlich nicht viel mitbekommen. Jochen Rose, wissenschaftlicher Leiter der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Tempelhof-Schöneberg lässt sich von der Prognose aber nicht entmutigen: "Ich bleibe bis zur letzten Minute optimistisch, dass die Wolkendecke aufreißt", sagt er.

In der Sternwarte auf dem Insulaner hat man in diesem Fall Gelegenheit, den Erdtrabanten durch den fünf Meter großen "Bamberger Refraktor" zu beobachten. Leuten, denen der Weg in die Sternwarte zu weit ist, empfiehlt Rose den Blick durch ein einfaches Fernglas. Man sollte sich einen Ort aussuchen, der nicht gerade von einer Straßenlaterne beleuchtet wird. "Es muss aber nicht unbedingt der Teufelsberg sein, der Balkon tut es auch." Nur auf die Sonne darf man das Fernglas auf keinen Fall richten.

Erfüllt sich die (Schlecht-)Wetterprognose, bleibt einem noch das Planetarium am Insulaner am Munsterdamm 90, das eine Animation des Geschehens anbietet. Das Programm beginnt um 19 Uhr. Zudem werde man versuchen, Aufnahmen von anderen Sternwarten ins Planetarium zu übertragen, sagt Rose. Die Mondfinsternis sei schließlich in ganz Europa, in Asien und in Afrika zu sehen. Der Mond verdunkelt sich, weil er in den Schatten der Erde eintritt. Sonne, Erde und Mond liegen dabei nahezu auf einer Linie. Bereits um 18.43 gerät der Mond in den Halbschatten der Erde. Zu dieser Zeit ist laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt jedoch noch keine Verdunklung zu beobachten. Sie beginnt um 19.42, wenn der Mond den Kernschatten erreicht. Er verschwindet aber nicht in der Dunkelheit, sondern erscheint in einem Rotton. Langwelliges Sonnenlicht, das sich in der Atmosphäre bricht, strahlt ihn weiter an. Um 21.52 endet die totale Mondfinsternis, um 23 Uhr tritt der Trabant aus dem Halbschatten.

Auch in der Archenhold-Sternwarte, Alt Treptow 1, sind die Teleskope auf den Mond gerichtet. Zudem gibt es ein Sonderprogramm. Um 18.30 Uhr beginnt ein Vortrag zum Mythos Mond, um 22 Uhr "Mondgeschichten mit Musik". Im Carl-Zeiss-Planetarium an der Prenzlauer Allee 80 beginnt um 19 Uhr ein Kurzvortrag. Wenn das Wetter es doch noch zulässt, laden die Hobbyastronomen "Sternfreunde" ab 19.45 zur Himmelsbeobachtung auf die Böse-Brücke, S-Bahnhof Bornholmer Straße, ein.

So viel Aufsehen wie die totale Sonnenfinsternis, "Sofi", im August 1999 erregen Mondfinsternisse, "Mofis", nicht, sagt Rose. Die nächste totale "Sofi" in Deutschland werde sich erst wieder im Jahr 2081 ereignen. Nicht ganz so lange wird man sich hier bis zur nächsten totalen "Mofi" gedulden müssen. Aber immerhin bis November 2003.

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