Nach BER-Desaster : Wowereit attackiert Merkel

Berlins Regierender Bürgermeister fühlt sich bei der Bewältigung des Flughafen-Desasters von der Bundesregierung im Stich gelassen. In einer Fernsehsendung lässt er sich über die Kanzlerin aus. Er selbst habe sich hingegen nichts vorzuwerfen.

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Klaus Wowereit hätte sich in dem Debakel um die geplatzte Flughafen-Eröffnung mehr Unterstützung von Seiten der Bundesregierung gewünscht.
Klaus Wowereit hätte sich in dem Debakel um die geplatzte Flughafen-Eröffnung mehr Unterstützung von Seiten der Bundesregierung...Foto: Reuters

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich im Zusammenhang mit dem Flughafen-Desaster über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beklagt. Zur Vorbereitung der geplanten Eröffnungsfeier am 3. Juni sei ein „acht Leute“ umfassendes „Vorauskommando“ des Bundeskanzleramtes erschienen, „um die Bundeskanzlerin doll zu platzieren“, sagte Wowereit in der ZDF-Sendung „Lanz“. Dann schimpfte er: „Ich habe Frau Merkel ein bisschen vermisst bei den Pressekonferenzen, als es um die Absage ging. Da war der Bund überhaupt nicht mehr zu sehen. Da haben die alle ’ne Fliege gemacht“.

Bei der Bekanntgabe des neuen Eröffnungstermins und der personellen Konsequenzen vor rund zwei Wochen war die Bundesregierung durch den Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Rainer Bomba, vertreten. Bomba sitzt auch im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Zur Absage der Eröffnungsfeier sagte Wowereit in der Fernsehsendung, dies sei „eine der bittersten Stunden“ gewesen, die er in seinem politischen Leben erlebt habe. Das Telefongespräch, in dem ihm die Notwendigkeit der Absage der Eröffnung mitgeteilt wurde, beschrieb er mit dem Satz: „Das trifft einen wie ein Keulenschlag.“ Als Vorsitzender des Aufsichtsrats habe er sich indessen keine Fehler vorzuwerfen. Er habe sich geprüft und könne sagen, „dass wir unsere Aufsichtspflichten erfüllt haben.“

Unabhängig vom verschobenen Eröffnungstermin findet heute um 15 Uhr die zur ursprünglichen Inbetriebnahme geplante Protestkundgebung vor dem Roten Rathaus statt. Anschließend sind für die nächsten Tage „Mahnwachen“ vor dem Rathaus geplant. Gestern gab’s in Tegel eine Protestveranstaltung.

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