Berlin : Nach langer Bauzeit wird am Freitag offiziell Einweihung gefeiert

C. v. L.

Gepflastert war der Platz. Die Nazis hatten ihn 1935 für Aufmärsche umgebaut, und in den folgenden Jahrzehnten wirkte er wie versteinert. Es gab in den letzten Jahren zwei gescheiterte Planungsversuche, den Platz aufzulockern. Nun ist der Lustgarten wirklich umgestaltet worden, bietet einen freien Blick auf Altes Museum und Berliner Dom. Orientiert am historischen Schinkel-Entwurf sind weite Rasenflächen und Wasserspiele mit einer bis zu acht Meter hohen Fontäne angelegt worden. Pflanzen umrahmen das Areal. Am Freitagmittag wird der Lustgarten offiziell eröffnet, ein kleines Fest schließt sich an, und um 21 Uhr wird ein Feuerwerk mit Musik dem Lustgarten eine stimmungsvolle Atmosphäre bescheren.

Das Alte Museum habe vor der Neugestaltung des Lustgartens nach Plänen des Architekten Hans Loidl viel schmaler gewirkt, stellte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder gestern fest. Dafür wurden Bäume gefällt, allerdings auch neue gepflanzt. Berlin habe nun einen weiteren Baustein für die Wiederentdeckung öffentlicher Räume vollendet, sagte Strieder. Die Stadt zeige auch mit diesem "Schmuckstück", dass sie der Hauptstadtaufgabe gewachsen sei. Es müsse aber geschützt und gepflegt werden. Der Blick auf den Schloßplatz zeige, welche Aufgaben in Berlins Mitte noch warteten.

Für die Gesamtleitung der Lustgarten-Planung war die Grün Berlin GmbH zuständig, die Kosten von sieben Millionen Mark teilten sich das Land und die Allianz-Umweltstiftung. Ihr Vorstand Lutz Spandau bezeichnete das Lustgarten-Projekt als Musterbeispiel einer Verbindung von Freiraumgestaltung und Kultur. Die Stiftung förderte bereits den Mauerpark, das Schöneberger Südgelände und gab dafür mehr als zehn Millionen Mark aus.

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