Nach rechtsextremen Angriffen : Senat zahlt Sicherheitszaun für Falken-Jugendklub

Nach der rechtsextremen Angriffserie auf zwei Parteibüros, ein Flüchtlingsheim und einen Jugendclub wird der Schutz für das Anton-Schmaus-Haus in Britz verstärkt. Berlin und Brandenburg wollen gemeinsam nach den Tätern fahnden.

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Abgeschirmt. Das Anton-Schmaus-Haus der SPD-nahen Jugendorganisation Falken in Britz ist im Visier von Rechtsextremisten. Der Bauzaun wurde in der Nacht zu Dienstag von unbekannten Tätern mit Nazi-Symbolen beschmiert.
Abgeschirmt. Das Anton-Schmaus-Haus der SPD-nahen Jugendorganisation Falken in Britz ist im Visier von Rechtsextremisten. Der...Foto: Theo Schneider

Nach den rechtsextremen Angriffen auf zwei Parteibüros, einen Jugendklub und ein Flüchtlingsheim haben Senat und Polizei weitere Reaktionen angekündigt. Weil sich das Flüchtlingsheim bei Schönefeld in Brandenburg befindet und in den vergangenen Monaten auf ähnliche Weise nicht nur in Berlin, sondern auch im Umland alternative Jugendeinrichtungen, antifaschistische Denkmäler und Wohnungen mutmaßlicher Linker angegriffen worden sind, ist eine Ermittlungsgruppe des Staatsschutzes beider Länder geplant. „Zur Aufklärung der Straftaten wird intensiv mit der Berliner Polizei zusammengearbeitet“, erklärte die Staatsanwaltschaft Potsdam.

In der Nacht zu Dienstag hatten Neonazis das Anton-Schmaus-Haus der SPD-nahen Falken in Neukölln mit Hakenkreuzen und Drohungen beschmiert. In Tegel wurden die Scheiben eines Büros der Linken zerstört, in Spandau eine Geschäftsstelle der SPD. Ebenfalls am Dienstagmorgen wurde das Flüchtlingsheim angegriffen, eine Farbflasche hätte eine Bewohnerin fast am Kopf getroffen.

Die für Jugendarbeit zuständige Senatsbildungsverwaltung hat nun bei der landeseigenen Lotto-Stiftung erfolgreich 52 800 Euro für einen Zaun beantragt, den die Falken schon nach zwei Brandanschlägen im vergangenen Jahr um ihr Haus hochziehen lassen wollten. Sie hatten dafür auch Spenden gesammelt, zusammen dürfte das Geld nun für den Bau reichen. Die Einrichtung in Britz ist ein bekannter Kinder- und Jugendtreff. Befürchtungen, der Verband könnte die Arbeit dort einstellen, will der Senat entgegenwirken. Noch am Dienstag hatte Innensenator Frank Henkel (CDU) einen durchgehenden Objektschutz während der Nachtstunden zugesagt. Die Opposition im Abgeordnetenhaus hatte zuletzt mehr Schutz für die Opfer rechtsradikaler Gewalt gefordert. Fabio Reinhardt, bei den Piraten für Flüchtlingspolitik zuständig, appellierte an die Behörden, den vom Anschlag betroffenen Frauen in Schönefeld eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, damit sie nicht in das Heim zurückmüssen.

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