• Nach Schlägerei bei Berliner SC - Sparta Lichtenberg: Schwer verletzter Sparta-Spieler aus Krankenhaus entlassen
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Nach Schlägerei bei Berliner SC - Sparta Lichtenberg : Schwer verletzter Sparta-Spieler aus Krankenhaus entlassen

Ein verrutschtes Auge, eine gebrochene Augenhöhle und ein eingeklemmter Sehnerv: Am Sonntag wurde ein Sparta-Lichtenberg-Spieler bei einer Massenschlägerei zwischen Zuschauern und Spielern übel zugerichtet. Die Polizei ermittelt.

Sophie Aschenbrenner
Bei Fußballspielen kommt es immer wieder zu Gewalt. Auch in den unteren Ligen soll daher die Präsenz von Sicherheitsleuten verstärkt werden.
Bei Fußballspielen kommt es immer wieder zu Gewalt. Auch in den unteren Ligen soll daher die Präsenz von Sicherheitsleuten...Foto: dpa

Beim Sonntagsspiel zwischen dem Berliner SC und Sparta Lichtenberg kochten in der Berlin-Liga im Abstiegskampf die Emotionen hoch. Kurz nach Spielende kam es zu einer schweren körperlichen Auseinandersetzung zwischen Zuschauern und Spielern. Dabei wurde der Lichtenberg-Spieler Steven Dei-Kwarteng durch einen Tritt ins Gesicht schwer verletzt.

Der 28-Jährige wurde umgehend vom Spielfeld ins Krankenhaus gebracht und dort nach Polizeiangaben ambulant behandelt. Trainer Dragan Kostic berichtete dem Tagesspiegel am Dienstagnachmittag, dass ein Auge des Spielers verrutscht sei. Zudem müsse seine Nase gerichtet werden, ein Sehnerv sei eingeklemmt und eine Augenhöhle gebrochen. Am Dienstag rangen die Ärzte um das Augenlicht des Spielers.

Nach Angaben eines Sprechers von Sparta am Donnerstagnachmittag ist die Operation gut verlaufen. Dei-Kwarteng wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Der Vorfall soll sich kurz nach Abpfiff ereignet haben. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass die Polizei gegen 14:30 Uhr alarmiert wurde und mit sechs Beamten anrückte.

 Angeblich wurde mit einem Messer gedroht

Hans-Joachim Fenske, der Präsident des Berliner SC, ist geschockt und kündigt Konsequenzen an: "Der Vorfall hat mich getroffen. So etwas wird vom Verein nicht toleriert." Der Verein werde "alles Erdenkliche tun, um schnell zu einer vollständigen Auswertung der Geschehnisse zu kommen." Auch Ralph Pech, der Vorsitzende von Sparta-Lichtenberg, ist entsetzt: "Die ganze Sache finde ich sehr traurig", sagt er. Den Grund der Schlägerei könne er sich nicht erklären. Fenske jedoch sagt: "Ein Video belegt eindeutig, dass der verletzte Spieler von Sparta bewusst die Rangelei angefangen hat. Der beteiligte Spieler vom BSC wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert." Das Video liege dem BSC vor.

Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Es liegen zwei Strafanzeigen wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung vor. Gerüchte, einer der Zuschauer habe ein Messer bei sich gehabt, kann eine Sprecherin der Polizei nur bedingt bestätigen: "Es kann sein, dass mit Gegenständen gedroht wurde", sagt sie. Hierzu lägen Zeugenaussagen vor. Angeblich wird gegen drei Personen ermittelt.

Forderung nach mehr Sicherheitspersonal

Gerd Liesegang, Vizepräsident des Berliner Fußballvereins, ist verantwortlich für die Anti-Gewalt-Prävention des Vereins. Er betont, dass der Einsatz von Sicherheitspersonal auch bei Spielen in den unteren Ligen dringend notwendig sei. In der letzten Zeit kämen immer wieder verstärkt Fans großer Vereine zu Spielen der unteren Ligen, um dort zu randalieren. Denn dort sei, anders als bei Erstlegisten, kaum geschultes und vor allem sichtbares Sicherheitspersonal anwesend. In der laufenden Saison habe es bislang etwa sechs ähnliche Fälle gegeben.

"Leider überschreiten Zuschauer immer öfter die Grenze zum Spielfeld und werden gewalttätig", sagt Liesegang. Unter anderem eskalierte Ende März ein Spiel zwischen BFC Dynamo und Union. In Zusammenarbeit mit der Polizei soll nun über die nächsten Schritte nachgedacht werden. "Wir werden die Sommerpause nutzen, um Schulungen für mehr Sicherheit anzubieten." Dann liege des jedoch in der Hand der Vereine, diese Unterstützung auch anzunehmen. "Einige müssen erst einsehen, dass sie ein Problem haben", sagt Liesegang. Viele Angebote seien schon lange vorhanden. Ändern müsse sich nun Bewusstsein der Vereine.

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