• Nach Übergriff in S-Bahn in Berlin: Rechtsextremer, der auf Kinder urinierte, ist flüchtig
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Nach Übergriff in S-Bahn in Berlin : Rechtsextremer, der auf Kinder urinierte, ist flüchtig

Der Mann, der im August in der Berliner Ringbahn eine Familie rassistisch attackierte, ist offenbar flüchtig. Sein Begleiter wurde von der U-Haft verschont.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia Foto: picture alliance / dpa
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Der 32-Jährige Neuköllner, der im August in der Berliner Ringbahn aus fremdenfeindlichen Motiven auf zwei Kinder uriniert haben soll, ist offenbar flüchtig. Das Amtsgericht hatte Haftbefehl gegen ihn wegen Volksverhetzung und Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen erlassen, so der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner.

Am 22. August hatte der 32-Jährige mit seinem 37-jährigen Begleiter die S-Bahn betreten, wo beide Männer Zeugen durch das Rufen von rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Parolen und das Zeigen des "Hitlergrußes" aufgefallen waren. Die Männer beschimpften eine - nach Angaben von Zeugen - osteuropäische Familie, eine Mutter mit zwei Kindern, im Alter von etwa 5 und 15 Jahren, als "Asylantenpack".

Familie wurde vergeblich gesucht

Im Anschluss hatte der 32-Jährige vor der Familie sein Geschlechtsteil entblößt und soll auf sie uriniert haben - dies sei nach derzeitigem Ermittlungsstand, so Steltner, nicht ganz klar. Es gebe kein Video der Tat. Die Familie bleibt nach wie vor verschwunden; die Ermittler suchten sie bislang vergeblich für eine Aussage.

Polizeibeamte hatten die beiden Männer kurze Zeit nach der Tat an der Haltestelle Frankfurter Allee festgenommen und ihre Personalien aufgenommen. Alkoholtests hatten 1,79 und 2,31 Promille bei den Männern ergeben. Da zum damaligen Zeitpunkt, so ein Sprecher der Polizei, ein Haftgrund nicht vorgelegen habe, wurden die Männer damals nicht in Untersuchungshaft genommen.

U-Haftverschonung für den Begleiter

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide Beschuldigte wegen Volksverhetzung und dem Verwenden von verfassungswidrigen Kennzeichen. Nach Angaben der Polizei wurde anfangs nicht wegen Volksverhetzung ermittelt. Der Verdacht der Volksverhetzung ergebe sich aber aus dem "Gesamtzusammenhang aller Umstände der Tat", sagte Steltner am Dienstag. Der 32-Jährige ist jedoch offenbar derzeit flüchtig. Sein Begleiter wurde, so der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, am Anfang der Woche vom Vollzug der Untersuchungshaft durch das Amtsgericht verschont. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob sie gegen diese Entscheidung des Gerichts Beschwerde einlegen wird.

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