Nahost-Karte ohne Israel : Zoff um Bushidos Twitter-Profil

Innenminister Hans-Peter Friedrich hat Bushido wegen einer Pro-Palästina-Karte auf dessen Twitter-Profil kritisiert. Nun ergreifen Fans für Bushido Partei.

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Rapper Bushido
Rapper BushidoFoto: dapd

Der Künstlername „Bushido“ kommt aus dem Japanischen und steht für den ehrenhaften Verhaltenskodex der Samurai. Kritiker werden Anis Mohamed Youssef Ferchichi nahelegen, dass er sich doch darauf besinnen möge, denn erneut steht der so umstrittene wie erfolgreiche Rapper in der öffentlichen Kritik. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat den 34-jährigen Berliner und künftigen Kleinmachnower, der 2012 ein Bundestagspraktikum bei einem CDU-Abgeordneten absolvierte, hart kritisiert.

Der Vorwurf lautet, Bushido säe Hass, meldete die „Bild am Sonntag“. Anlass ist das Profilbild des für drastische Texte berüchtigten Rappers beim Kurznachrichtendienst Twitter. Es zeigt eine stilisierte Nahost-Karte mit dem Schriftzug „Free Palestine“ (Befreit Palästina), auf der auch das Gebiet Israels in den palästinensischen Farben dargestellt ist.

Laut der „Bild“-Zeitung fordert Friedrich Bushido auf, dieses Logo „sofort“ von seiner Twitter-Seite zu entfernen, sonst könne er nicht länger als Beispiel für gelungene Integration gelten. Der Künstler solle sich seiner Verantwortung bewusst werden.

Der Rapper mit tunesischem Vater erhielt nicht nur mehrfach Echo-, Comet- und MTV-Awards, sondern bekam 2011 auch den Bambi für gelungene Integration. Das war umstritten, Sänger Heino gab seinen Bambi danach aus Protest zurück. Die Vorsitzende der Stiftung Tribute to Bambi, Patricia Riekel, sagte der Bild-Zeitung jetzt, man prüfe den Twitter-Vorfall.

Bei Twitter ergreifen Fans nun für Bushido Partei. So schreibt eine Frau: „Sie nennen dein Profilbild einen ,Skandal‘, warum nennen sie nicht ihr Schweigen über die Gaza-Kriege einen Skandal?“. Bushido hat in der Vergangenheit abgestritten, antisemitische, rechtsradikale, homophobe oder frauenfeindliche Gedanken zu protegieren. Gestern war bei seiner Firma „bushidoersguterjunge“ niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. kög/AFP/dpa

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