Nahverkehr in Berlin : BVG zieht's lieber nach Marzahn als nach Mitte

Eigentlich wollte die BVG ihren Elektrobus zum Hauptbahnhof schicken, aber daraus wird nun nichts. Getestet wird auf einer anderen Strecke. Für 50 Millionen Euro kauft sie zudem Diesel-Fahrzeuge.

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Und für ein paar neue Gelenkbusse war auch noch Geld da.
Und für ein paar neue Gelenkbusse war auch noch Geld da.Foto: André Görke

Erst ist die Internationale Gartenausstellung aus dem Zentrum nach Marzahn gezogen, jetzt verlegt die BVG auch ihre geplante erste Linie mit neuartigen Elektrobussen von Mitte nach Marzahn. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Testbetrieb auf der Linie 192 zu starten, die die S-Bahnhöfe Marzahn und Friedrichsfelde verbindet.

Ursprünglich war, wie berichtet, geplant, das neue Elektrozeitalter bei den Bussen auf der Linie 147 (Ostbahnhof–Hauptbahnhof) beginnen zu lassen. Die Linie 192 sei weniger störanfällig und verbinde viele Sehenswürdigkeiten in diesem Gebiet, begründet die BVG das Umschwenken. Zudem könne bei der IGA die dort verkehrende Linie 192 zu einem zusätzlichen Anziehungspunkt werden.

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Busfahren im Selbsttest
Busfahren im Selbsttest

Neu bei dem Konzept ist, dass die Elektrobusse an den Endhaltestellen kabellos geladen werden – induktiv wie bei einer elektrischen Zahnbürste. Steht kein Bus auf der Ladefläche, fließt kein Strom. Entwickelt hat es der Bahnkonzern Bombardier, der seinen Sitz in Berlin hat. Festgezurrt ist das Projekt, über das die BVG schon mehrere Jahre nachdenkt, aber weiter nicht. Es werde nur verwirklicht, wenn die geschätzten Kosten in Höhe von 8,5 Millionen Euro durch Zuschüsse von Bund und Senat gedeckt würden, teilte die BVG mit. Es soll ins Programm „Schaufensterwerbung Elektromobilität des Landes Berlin“ integriert werden, für das es Bundesgeld gibt.

Festgelegt hat sich die BVG dagegen beim Kauf neuer Gelenkbusse mit Dieselantrieb und einen Rahmenvertrag mit den schwedischen Hersteller Scania für 156 Fahrzeuge abgeschlossen, der vier Jahre gilt. Die 50,7 Millionen Euro will die BVG aus ihren Mitteln aufbringen.

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