Berlin : Neue Pläne für die Stadtmitte

Koalition verständigt sich auf Kompromisse

Knapp zehn Jahre ist das Planwerk Innenstadt alt, jetzt soll es grundlegend überarbeitet werden. Die Koalitionsfraktionen einigten sich darauf und verlangen von der Stadtentwicklungsverwaltung, im ersten Halbjahr 2009 eine Version des stadtplanerischen Leitfadens vorzulegen, in der Anpassungen und Ideen aufgenommen werden – insbesondere die der Linkspartei.

„Das Planwerk war bislang geprägt von den Ideen der großen Koalition“, sagt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linkspartei, Thomas Flierl. Forderungen seiner Fraktion spiegelten sich darin bis heute nicht wider. Als Beispiele nannte er die Absicht, neue Straßen zu bauen quer durch die Wohnungsbaumoderne der sozialistischen Nachkriegsstadtplanung an der Karl-Marx-Allee in Mitte oder den vorgesehenen Durchbruch der Kommandantenstraße bis zur Leipziger Straße ohne Rücksicht auf die Spittelkolonnaden.

Kernstück der Änderungen am Planwerk sollen aber die Stadtumbaupläne zwischen Spittelmarkt und dem Roten Rathaus werden. Wie berichtet, soll die Gertraudenstraße schmaler und teilweise verschwenkt werden, um so teilweise den historischen Stadtgrundriss wiederherzustellen.

Die Linkspartei trägt diese Idee im Grundsatz mit, will aber Details verändert sehen. So soll das Alte Stadthaus von Ludwig Hoffmann mit seinem markanten Turm nicht so dicht von neuen Wohnquartieren umstellt werden. Flierl: „Wir wünschen uns eine bessere Sichtbeziehung zum Nikolaiviertel und dem Roten Rathaus.“ Am Spittelmarkt konnte sich die Linkspartei mit der Forderung durchsetzen, einen neuen Gebäuderiegel nicht mehr zu errichten, der den Blick von der Leipziger Straße auf die Hochhäuser der Fischerinsel verstellt hätte. Weiter ringen werden die Koalitionsfraktionen um einen eventuellen Abriss und Neubau der autobahnähnlichen Gertraudenbrücke.

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel hatte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bereits im Sommer ihre Bereitschaft erklärt, auf die Wünsche der Linkspartei Rücksicht zu nehmen. Insbesondere seien Planungen zu überprüfen, die den sozialistischen Städtebau in den Hintergrund drängen würden. oew

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