Neue Umfragedaten : Die Wähler misstrauen Wowereit

Nur zwei Piraten sind bei den Berliner Wählern noch unbeliebter als Klaus Wowereit. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Meinungsumfrage.

In der ersten Umfrage unter Berliner Wählern nach dem jüngsten Flughafen-Debakel Anfang Januar steht Klaus Wowereit auf der Beliebtheitsskala auf Platz 14 von 16.
In der ersten Umfrage unter Berliner Wählern nach dem jüngsten Flughafen-Debakel Anfang Januar steht Klaus Wowereit auf der...Foto: dpa

Die Wähler in Berlin haben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit das Vertrauen entzogen. In der ersten Umfrage nach dem jüngsten Flughafen-Debakel Anfang Januar steht der SPD-Spitzenmann auf der Beliebtheitsskala auf Platz 14. Damit liegen nur noch zwei Politiker der Piraten hinter Wowereit. Die Meinungsforscher des Instituts Forsa, beauftragt von der „Berliner Zeitung“, stellten außerdem fest: Nur eine Minderheit der Bürger hält Wowereit für glaubwürdig, gradlinig, kompetent, kritik- und teamfähig. Der einzige Wert, bei dem er im Vergleich zu früheren Umfragen zulegte, ist das Machtbewusstsein.

Von den Sozialdemokraten, die als künftiger Regierungschef in Berlin in Frage kämen, trauen dem Stadtentwicklungssenator Michael Müller immerhin 30 Prozent der Wähler zu, die Nachfolge Wowereits anzutreten. Es folgen SPD-Landeschef Jan Stöß (23 Prozent), Arbeitssenatorin Dilek Kolat und SPD-Fraktionschef Raed Saleh (je 20 Prozent). Dagegen würden sich 46 Prozent der Berliner für Finanzsenator Ulrich Nußbaum entscheiden, der aber ohne SPD-Parteibuch nur außer Konkurrenz mitläuft. Landeschef Stöß wollte die Ergebnisse der Umfrage am Montag nicht kommentieren. Senatssprecher Richard Meng sagte nur: „Umfragen bewerten wir nicht, auf die Arbeit kommt es an.“ Dagegen sprach die Fraktionschefin der Grünen, Ramona Pop, von einem „dramatischen Vertrauensverlust“ gegenüber dem Regierenden Bürgermeister. „Die Menschen fragen sich, wie Wowereit noch Gutes für Berlin bewirken soll.“ Allein die Vorstellung, dass dieser schwer angeschlagene Regierungschef das Land Berlin nach der Bundestagswahl in die Verhandlungen über den Länderfinanzausgleich führen könnte, mache ihr Angst.

Apropos Bundestagswahl: Derzeit läge die CDU in Berlin mit 31 Prozent weit vorn, gefolgt von der SPD (22), den Grünen (21) und den Linken (13). „Es geht nach oben, das stimmt uns sehr froh“, sagte der CDU-Generalsekretär Kai Wegner. Bei der Bundestagswahl wolle die CDU in Berlin stärkste Kraft werden. Auch die Grünen hoffen auf zusätzliche Mandate und, neben Friedrichshain-Kreuzberg, auf ein zweites Direktmandat im Wahlkreis Mitte.za

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