• Neuer Ausstellungsort für umstrittene Gemälde: Abgehängte Kunst wird wieder aufgehängt

Neuer Ausstellungsort für umstrittene Gemälde : Abgehängte Kunst wird wieder aufgehängt

Ein Lichtenberger Kieztreff wollte die Werke der Malerin Iryna Fedder nicht - und hängte sie direkt nach der Vernissage kurzerhand wieder ab. Nun will ein Weddinger Galerist einspringen.

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Die Bilder von Iryna Fedder - hier ein Gemälde aus ihrem Zyklus " Tralfamadore".
Die Bilder von Iryna Fedder - hier ein Gemälde aus ihrem Zyklus " Tralfamadore".Foto: PROMO

Und es gibt sie doch, Freunde der Gemälde der Lichtenbergerin Iryna Fedder. Nach dem Tagesspiegel-Bericht über das überraschende Ende ihrer Ausstellung in einem Lichtenberger Kieztreff nur eine Nacht nach der Vernissage meldete sich ein Kunstfreund aus Wedding. Er lädt Fedder ein, in seiner Galerie auszustellen.

Jochen Schimmelpenninck war bis 2011 Dozent an der Kölner Kunstakademie und ist nun neben dem Volkspark Rehberge in der Otawistraße 9 in Wedding mit der Galerie „Kunstzeigen“ und einem Atelier beheimatet. Fedder könne gerne ihre Gemälde bei ihm zeigen, sagt er. Die Malerin ist begeistert. „Das freut mich natürlich“, sagt sie und will den Galeristen kontaktieren. Auch die Schöneberger Galerie Baku hat sich als neue Ausstellungsstätte ins Gespräch gebracht.

Wie berichtet sollte Fedder ihre Gemälde, rote, schwarze und blaue Vierecke, eigentlich bis Anfang März im Lichtenberger Stadtteilzentrum Kultschule ausstellen. Doch am Morgen nach der Vernissage hängte Vereinschefin Doris Kluge die Werke ab. Für eine „Inkarnation tiefster Provinzialität“ hält das Schimmelpenninck. Kluge zufolge haben den Gästen des Treffs, zumeist Senioren, die Bilder nicht gefallen. Die Vereinbarung für die Schau hätte eine dafür nicht qualifizierte frühere Mitarbeiterin getroffen. Diese will das aber nicht auf sich sitzen lassen. „Ich habe nach Anweisung von Geschäftsführung und Projektleitung gehandelt“, sagt Daniela K.

Im Kieztreff war sie als sogenannte Ein-Euro-Jobberin beschäftigt, sie habe Künstler akquirieren sollen, sagt sie. Ohne Absprache habe sie nie gehandelt, am Ende habe die Geschäftsführung entschieden. Für Malerin Fedder bahnt sich immerhin ein gutes Ende an. Und die einstige Enttäuschung ist zu einer schönen Werbung für sie geworden.

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