Exklusiv : Kritik wegen Äußerungen über Homosexualität

03.07.2011 17:44 Uhr
Soll sich in der Vergangenheit negativ zu Homosexualität geäußert haben: Rainer Maria Woelki, bald Erzbischof von Berlin. Foto: Rainer Maria Woelki
Soll sich in der Vergangenheit negativ zu Homosexualität geäußert haben: Rainer Maria Woelki, bald Erzbischof von Berlin. - Foto: Rainer Maria Woelki

Update Die Ernennung eines Erzkonservativen zum neuen Bischof von Berlin stößt vermehrt auf Skepsis bei Politikern und Verbänden. Lesben und Schwule haben Rainer Maria Woelki zum Gespräch eingeladen.

Die Ernennung des bisherigen Kölner Weihbischofs Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Berlin stößt auf wachsende Kritik. „Die Katholische Kirche ist schlecht beraten, jemanden in die Hauptstadt zu schicken, der offenbar ein Problem mit Homosexuellen hat“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Berliner Tagesspiegel. „Die katholische Kirche tut sich keinen Gefallen, wenn sie den Vertreter einer rückständigen Glaubensrichtung in Berlin zum Bischof macht, da dies dem Lebensgefühl der Menschen widerspricht.“

Kahrs bezog sich mit seiner Kritik auf einen „Spiegel“-Bericht, wonach Woelki Homosexualität als Verstoß gegen die „Schöpfungsordnung“ verurteilt hat.

Der Arbeitskreis „Lesben und Schwule in der SPD“ (Schwusos) bezeichnete die Ernennung Woelkis vor diesem Hintergrund als negatives Signal. „Das wird den Dialog mit der katholischen Kirche erschweren“, sagte der Schwuso-Vorsitzende Ansgar Dittmar. Für alle in der Katholischen Kirche engagierten Schwulen und Lesben seien Woelkis Äußerungen „ein Stoß vor den Kopf“.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) hat den neuen Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki zu einem Gespräch eingeladen. Am zukünftigen Umgang mit dem Thema Homosexualität werde sich zeigen, wie „menschenfreundlich“ Woelki als Erzbischof sein wolle und ob er sich mit kritischen Fragen zur Politik der katholischen Kirche ernsthaft auseinandersetze, sagte LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert in Berlin.
Seinen Worten nach halten auch viele Gläubige die Geschlechter- und Sexualpolitik der eigenen Amtskirche für „menschenfeindlich“.

Der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, Josef Winkler, sagte dem Tagesspiegel, es werde sich unter anderem am Umgang mit dem Thema Homosexualität entscheiden, ob Woelki als Bischof in der Hauptstadt bestehen könne.

(TSP/ dapd)

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