• Neuer Flughafen in Schönefeld: Flughafenchef: BER kostet jetzt schon drei Milliarden Euro

Neuer Flughafen in Schönefeld : Flughafenchef: BER kostet jetzt schon drei Milliarden Euro

Flughafenchef Rainer Schwarz bestätigt, dass die Kosten für den BER auf drei Milliarden Euro angestiegen sind. Die Opposition verlangt Auskunft von Landeschef Platzeck – doch der sagt wenig.

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Der brandenburgische Ministerpräsident gerät im Hauptausschuss des Landtages wegen des BER-Debakels in Bedrängnis.
Der brandenburgische Ministerpräsident gerät im Hauptausschuss des Landtages wegen des BER-Debakels in Bedrängnis.Foto: dapd

Die unkalkulierbaren Mehrausgaben wegen der auf März 2013 verschobenen Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER sind noch nicht eingerechnet: Doch bereits der unfertige Willy-Brandt-Flughafen in Schönefeld kostet statt der 2009 verkündeten 2,5 Milliarden Euro bereits jetzt „rund drei Milliarden Euro“. Diesen Kostenrahmen hat der Aufsichtsrat am 20. April 2012 bewilligt. Das hat Flughafenchef Rainer Schwarz nun als erster Verantwortlicher am Mittwoch im Hauptausschuss des Brandenburger Landtages offiziell eingestanden, wo er zusammen mit Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) zum BER-Desaster ins Kreuzverhör genommen wurde. Weder Platzeck noch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatten die Kostensteigerung auf drei Milliarden Euro bislang bestätigt, die vom Tagesspiegel vor zwei Wochen unter Verweis auf Controllingberichte der Flughafengesellschaft FBB publik gemacht worden war.

Und es drohen neben Schadenersatzforderungen weitere Mehrkosten. In der Sitzung bestätigte Schwarz, dass das Schallschutzprogramm für rund 25 000 Anwohner von derzeit 157 Millionen Euro mindestens „um 250 Millionen Euro“ aufgestockt werden müsste, sollte der Flughafen mit seinem beim brandenburgischen Infrastrukturministerium eingereichten Antrag auf Änderung des Planfeststellungsbeschlusses scheitern. Im Drei-Milliarden-Euro-Budget seien diese drohenden Mehrkosten bisher nicht enthalten.

Das Flughafen-Debakel und die Vorgeschichte in Bildern:

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Wie berichtet, verstoßen die nach Vorgaben der Flughafengesellschaft (FBB) bislang eingebauten Schallschutzfenster gegen die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses, den die FBB darum nun nachträglich verändern lassen will. Denn die bisher in 14 000 Fällen bereits bewilligten und zum Teil eingebauten Fenster gewährleisten einen zu geringen Lärmschutz und müssen womöglich schon ab 2015 ausgetauscht werden. Damit wären 78 Millionen Euro unnütz ausgegeben. Welche Rolle Brandenburgs Landesregierung dabei spielt, bleibt nebulös.

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