Neues Designerhotel am Berliner Zoo : Das noble Dschungelcamp

Neben dem Bikini-Haus öffnet das erste Berliner „25hours“-Hotel – mit „Urban Jungle“-Ambiente, Monkey-Bar und Schätzen vom Flohmarkt. Direktor Michael Wünsch ordnet sein ungewöhnliches Hotel keiner Sterne-Kategorie zu.

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Nicht alle wollen kuscheln. Die Doppelzimmer haben wahlweise gemeinsame oder – wie hier – getrennte Betten.
Nicht alle wollen kuscheln. Die Doppelzimmer haben wahlweise gemeinsame oder – wie hier – getrennte Betten.Foto: Mike Wolff

Auf der Visitenkarte von Michael Wünsch steht „Generalmanager“ – und „Zoodirektor“. Denn die Lage direkt am Zoo ist das Besondere am Charlottenburger Designerhotel 25hours, das am 31. Januar zwischen dem Elefantentor und dem Bikini-Haus öffnet. Aus den hinteren Zimmern oder aus der Sauna blickt man auf den Affenfelsen und darüber hinaus. Ganz oben im zehnten Stock sollen das Restaurant „Neni“ und die „Monkey Bar“ mit umlaufender Dachterrasse auch viele Berliner anlocken.

Im Rahmen des Bauprojekts „Bikini Berlin“ zog das Hotel in ein ehemaliges Bürogebäude, nebenan im Bikini-Haus kommt im Frühjahr eine Shoppingpassage hinzu. Die Hamburger Firma 25hours hatte lange nach einem Berliner Standort gesucht. Die Nähe zum Zoo und Breitscheidplatz findet Wünsch ideal. Der 35-Jährige wuchs in München auf und leitete zuletzt zwei Hotels der Gruppe in Frankfurt am Main. Für ihn ist es „spannend in einem Kiez, wo sich etwas tut und man Teil der Entwicklung ist“.

Neues Designhotel 25hours am Zoo
Baustelle. Kurz vor der Eröffnung am 31. Januar liefen die Arbeiten im Hotel 25hours noch auf Hochtouren. Früher gab es Büros in dem Gebäude neben dem Bikini-Haus.Weitere Bilder anzeigen
1 von 16Foto: Cay Dobberke
28.01.2014 17:31Baustelle. Kurz vor der Eröffnung am 31. Januar liefen die Arbeiten im Hotel 25hours noch auf Hochtouren. Früher gab es Büros in...

Jedes der sieben 25hours-Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz sei anders, betont der Direktor. In Berlin ist der Großstadtdschungel („Urban Jungle“) das Thema. Das sieht man an vielen Pflanzen, Möbeln diverser Stilrichtungen und künstlerischen Installationen. Das Konzept stammt vom Designer Werner Aisslinger, dem weitere Kreative zugearbeitet haben. So war Sybille Oellerich, die Schwester des „Cookies“-Betreibers Heinz Gindullis, auf Flohmärkten in einigen Ländern unterwegs und brachte viele Objekte mit – von alten Schreibmaschinen bis zu einer mit Affenmotiven verzierten Vase.

Wahrscheinlich wird nicht alles bis zur Eröffnung fertig. Eine Baustelle ist etwa noch die Bäckerei nahe der Rezeption im dritten Stock, die vom Restaurant Alpenstück in Mitte geführt wird. Von den Computersimulationen der Planer unterscheiden sich die Räume durch sichtbare Haustechnik. Man hatte unterschätzt, wie viel Raum die Rohre und Aggregate einnehmen. An manchen Stellen wird vielleicht noch etwas abgedeckt.

Andererseits gehöre es auch zum Konzept, dass vieles „rau und nicht geschniegelt“ aussehe, sagt Wünsch. „Es soll unfertig daherkommen.“ In den meisten Räumen, darunter die 149 Gästezimmer, bestehen die Decken aus unverputztem Beton.

Die Zimmer auf der Zooseite habe man mit Holz etwas „wärmer“ und naturnaher eingerichtet als die vorderen mit Blick auf den Breitscheidplatz, sagt Wünsch. In der Eröffnungsphase beginnen die Übernachtungspreise bei 89 Euro, später soll es bei 115 Euro (ohne Frühstück) losgehen. Dazu können sich Gäste kostenlos ein Fahrrad oder einen Wagen der Marke Mini leihen, mit der das Hotel kooperiert.

Die Küche will viele ostmediterrane Spezialitäten bieten. Am Konzept beteiligt ist Jürgen Klümpen, dessen Hamburger-Verkaufsstand „Burger de Ville“ zurzeit in einem silbernen amerikanischen „Airstream“-Wohnwagen vor dem Kino Zoo-Palast steht. Falls baupolizeilich nichts dagegenspricht, soll das Hamburger-Mobil später auf eine Terrasse des Bikini-Hauses umziehen, zu der aus dem Hotel eine Treppe führt. Nahe der Rezeption entsteht auch ein Buchshop des Gestalten-Verlags, der vor allem Bildbände anbieten will.

Das Hotel ordnet sich nicht in eine Sterne-Kategorie ein. „Wir haben eigene Vorstellungen darüber, was die Gäste brauchen“, begründet das der Direktor. Manches entspreche der Luxusklasse, für anderes aber bekäme man „null Sterne“. Es gibt zum Beispiel keine Pagen, in der Regel müssen Gäste ihre Koffer selbst tragen. Erfahrungsgemäß ziehe 25hours ein ganz unterschiedliches Publikum an, sagt Wünsch. Er sieht deshalb viele Hotels als Mitbewerber, von der Budgetkette Motel One bis zum nahen Luxushotel Waldorf-Astoria.

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