Neues vom BER : Flughafen muss kritischen Bereichsleiter Siegle weiterbeschäftigen

Er schrieb einen kritischen Brief und wurde daraufhin von BER-Chef Mehdorn gefeuert. Es kam zum Prozess. Die Lage jetzt: Harald Siegle bleibt, Mehdorn geht.

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Tja, und nu? Hartmut Mehdorn geht, Harald Siegle bleibt, und der BER ist weiterhin nicht fertig.
Tja, und nu? Hartmut Mehdorn geht, Harald Siegle bleibt, und der BER ist weiterhin nicht fertig.Foto: dpa

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg muss den gefeuerten Bereichsleiter Harald Siegle weiterbeschäftigen. Ihm war wegen Kritik am Management im Zusammenhang mit dem Bau des
Hauptstadtflughafens (BER) im April fristlos gekündigt worden. Das Arbeitsgericht Berlin erklärte die insgesamt drei ausgesprochenen Kündigungen am Donnerstag für unwirksam, wie ein Sprecher mitteilte.
Ein Antrag des Unternehmens, das Arbeitsverhältnis mit Siegle gegen Zahlung einer Abfindung aufzulösen, wurde abgewiesen. Stattdessen muss die Gesellschaft Siegle laut Urteil weiterbeschäftigen.

Beim Gerichtstermin Mitte Dezember hatten die Parteien eigentlich einen Vergleich angestrebt und sich auch über die Bedingungen geeinigt. Danach sollte Siegle zum Jahresende beim BER ausscheiden und 230 000 Euro Abfindung bekommen. Die Vertreter des BER mussten eine Abfindung in dieser Höhe allerdings vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Bis vergangenen Montag hatten die Parteien Zeit, dem Vergleich zuzustimmen. Dies geschah nicht. Also fällte das Gericht am Donnerstag sein Urteil. Das hatte Richterin Andrea Lungwitz-Retzki auch so angekündigt.

Als Leiter der Liegenschaftsverwaltung (Real Estate) des Flughafens hatte Siegle Ende März in einem Brief an den Geschäftsführer Hartmut Mehdorn und Mitglieder des Flughafen-Aufsichtsrates die Abläufe im
Unternehmen kritisiert. Er warnte, dass eine Eröffnung des Flughafens 2016 gefährdet sei. Dafür machte er auch Mehdorn verantwortlich.

Mehdorn gab erst vor einer Woche bekannt, der Flughafen solle nach weiteren Verzögerungen nun im zweiten Halbjahr 2017 eröffnet werden. Drei Tage später kündigte er wegen Querelen mit dem Aufsichtsrat
seinen Rücktritt bis spätestens Juni 2015 an. (mit dpa)

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