Berlin : Nicht bloß die Frau an seiner Seite

Suzanne Mubarak wird heute von der Freien Universität geehrt – für ihr soziales Engagement

Anna Bilger

Suzanne Mubarak fährt nicht mit ins Kanzleramt. Die Frau des ägyptischen Staatspräsidenten wird an der Freien Universität erwartet, um die Ehrenmedaille entgegenzunehmen. Während ihr Mann Hosni Mubarak mit Außenminister Joschka Fischer und Bundeskanzler Gerhard Schröder die Lage im Nahen Osten erörtert, erhält Suzanne Mubarak für ihr außerordentliches gesellschaftspolitisches Engagement auch in Berlin eine Auszeichnung. Suzanne Mubarak ist diplomierte Soziologin, Mutter, Großmutter und Preisträgerin zahlreicher internationaler Preise.

Schon seit Jahren engagiert sich Frau Mubarak für verbesserte Bildungschancen und Gesundheit insbesondere von Frauen und Kindern. In Ägypten unterstützt sie die Alphabetisierungskampagne der Regierung. Vier Jahre vor dem Amtsantritt ihres Mannes 1981 gründete Suzanne Mubarak die „Integrated Care Society“. Die Organisation setzt sich für bessere soziale, kulturelle und gesundheitliche Verhältnisse von ägyptischen Schulkindern ein. Zu den Aufgaben der gemeinnützigen Gesellschaft gehören die Betreuung von Jugend- und Kulturzentren sowie die Unterstützung fahrender Schulbibliotheken, um Kinder und Jugendliche zum Lesen zu bewegen.

Ihr Land hat Suzanne Mubarak in den vergangenen Jahren auf wichtigen Konferenzen als Delegationsleiterin vertreten, beispielsweise bei der 4. Internationalen Frauenkonferenz in Peking 1995 und beim Weltkindergipfel der UNO in New York 1990. Die Veranstaltung zu ihren Ehren wird von Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Instituts eingeleitet. Die Laudatio hält Professor Peter Hüfner, der ehemalige Präsident der Deutschen Unesco-Kommission. Als Ehrengäste werden Hans-Dietrich Genscher und Liz Mohn erwartet. Suzanne Mubarak wird über die Themen Geschlechter, Bildung und Entwicklung sprechen. Ihr Mann debattiert den Irak-Krieg und die Lage im Nahen Osten. Bestimmt haben sich beide vorher ausgetauscht.

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