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Olympia-Koordinator Klaus Grewe : Lektionen aus London für BER-Planer

14.01.2013 18:32 Uhrvon
Klaus Grewe verriet bei Günther Jauch sein Erfolgsgeheimnis.Bild vergrößern
Klaus Grewe verriet bei Günther Jauch sein Erfolgsgeheimnis. - Screenshot: ARD

Vier Monate früher fertig, eine Milliarde Euro günstiger als geplant: Diese Bilanz kann sich der Koordinator der Olympischen Spiele 2012 auf die Fahnen schreiben. In der Talkshow von Günther Jauch gab Klaus Grewe den BER-Planern eine Nachhilfestunde.

Sind die Engländer die besseren Deutschen? Eigentlich nicht, denn auch beim viel gelobten englischen Großprojekt Olympia 2012 arbeiteten Deutsche mit – und zwar „wegen unseren guten Rufes“, sagt Klaus Grewe. Der Gesamtkoordinator für die Planung der Olympischen Spiele in London hat das neun Milliarden Euro teure Großprojekt rund eine Milliarde Euro günstiger und vier Monate früher als geplant fertiggestellt. Und er nennt dafür zwei Gründe: eine akribische Planung und Steuerung des Projektes sowie einen jederzeit einsehbaren Stand der Realisierung der Pläne und der Finanzierung.

„Die schlechten Erfahrungen beim Bau des neuen Wembleystadions“ hätten die Engländer zum Umdenken veranlasst, sagt Grewe, der am Sonntagabend in der Sendung von Günther Jauch als Bauexperte zu Gast war . Thema war der Flughafen in Schönefeld.

Um Kosten, Kalkulationen und Risiken veröffentlichen zu können, seien in London sogar Gesetze verändert worden.

Ganz selbstverständlich sei bei öffentlichen Projekten baubegleitend der aktuelle Stand von Bauten und deren Kosten im Internet nachzulesen. Als Besonderheit wertet er dies nicht: Eine rigide Projektsteuerung sei ganz selbstverständlich, „wenn internationale Großkunden wie Donald Trump oder Pensionsfonds Auftraggeber sind“. Bei öffentlichen Projekten sei eben der Steuerzahler Auftraggeber, „daraus ergibt sich ganz selbstverständlich, dass es nichts zu verbergen gibt“.

Eigentlich. In der Praxis werden nach einem Super-Gau wie in Berlin nicht einmal die Protokolle der Aufsichtsratssitzungen ins Netz gestellt. Darauf drängen die Berliner Piraten seit der vorletzten Verschiebung des BER-Eröffnungstermins. „Es fehlt der politische Wille“, sagt Martin Delius, Vorsitzender des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Airport-Chaos. Die Stadt Hamburg sei weiter, verpflichte im „modernsten Informationsfreiheitsgesetz auf deutschem Boden“ öffentliche Unternehmen zu weit reichender Transparenz und Veröffentlichung von Daten – „die haben eine Bringschuld“, so Delius.

Ähnlich wie Grewe sieht Delius eine Ursache des Flughafendebakels darin, dass es keine vernünftig funktionierende, zentrale Steuerung gab. Es habe zwar eine „technische Steuerung“ gegeben, für deren Einrichtung sogar die Flughafengesellschaft umgebaut wurde – doch diese habe „versagt“. Olympia-Planer Grewe vergleicht die zentrale Steuerung mit dem „Nervenzentrum“ eines Projektes. Dieses müsse ausgehend von einer exakten Ausschreibung einen Zeit- und Kostenplan aufstellen, der bis ins Detail des letzten Schalters und der Platzierung von Hostessen bei der Eröffnung des Airports die Ausführung festlegt. Entlang dieses Leitfadens werde das Projekt realisiert und für Risiken vorgesorgt: „Denn wo Menschen arbeiten, kommt es zu Fehlern“, gerade bei Großprojekten, „denn einen Flughafen gibt es nicht im Supermarkt zu kaufen“.

Und welchen Rat hat der Deutsche in London für die Planer in Berlin? „Gütliche Einigungen anstreben“ im Streit mit gekündigten Firmen, weil man nur so an wichtige Informationen gelange. „Spezialteams bilden“ zur Behebung von Fehlern, deren Auswirkungen begrenzt sind. Zudem rät er zum „Neubau, nicht zum Flickwerk“, immer dort, wo der Mangel nicht einzugrenzen sei – alles andere komme teurer. Und man solle „das machen, was eigentlich am Anfang steht“: Leistungen beschreiben, die zu erbringen sind.

Pirat Delius zufolge ließen sich die Erfahrungen aus London kurzfristig auf Berlin übertragen: „Um den Fortschritt des Projektes auf einer öffentlichen Plattform transparent machen zu können, braucht es nur einen Gesellschafterbeschluss“. So könnten auch Bauexperten der Fraktionen, Steuerzahler und NGOs den Stand der Dinge verfolgen.

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