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Openair-Lab abgesagt : Linksextremisten vertreiben Guggenheim aus Kreuzberg

20.03.2012 00:00 Uhrvon und
Feindbilder. Nach dem Guggenheim-Lab wollen linke Aktivisten auch eine Wohnbebauung auf dem Kreuzberger Grundstück verhindern. Foto: HeinrichBilder
Feindbilder. Nach dem Guggenheim-Lab wollen linke Aktivisten auch eine Wohnbebauung auf dem Kreuzberger Grundstück verhindern. - Foto: Heinrich

Die New Yorker Guggenheim-Stiftung sagt einen in Kreuzberg geplanten Openair-Lab nach Drohungen ab. „Diese Chaoten sind ein Standortrisiko für Berlin“, sagte Innensenator Henkel.

Das „BMW Guggenheim Lab“ ist gescheitert – zumindest in Kreuzberg. Zum ersten Mal kapituliert damit ein renommiertes Projekt vor den Protesten von Linksextremisten. Die New Yorker Guggenheim-Stiftung bestätigte am Montagabend ihre Entscheidung gegen den Standort Kreuzberg. Noch unklar ist, ob es noch möglich und sinnvoll ist, einen alternativen Standort in Prenzlauer Berg zu suchen. Hintergrund der Absage sind die zahlreichen Gewaltandrohungen der linken Szene gegen das Lab.

Im Internet haben Aktivisten bereits mehrfach dazu aufgerufen, das Projekt zu „verhindern“. Auf einer der letzten Brachgrundstücke am Kreuzberger Spreeufer, Schlesische Straße/Ecke Cuvrystraße, sollte vom 24. Mai bis zum 29. Juli in einem temporären Bau ein Mix aus urbaner Ideenschmiede, Forschungslabor und Diskussionsforum entstehen.

Das Landeskriminalamt hat Ende der vergangenen Woche die Gefahren abgeschätzt, die dem Projekt drohen. In der Analyse heißt es, dass Sachbeschädigungen zu erwarten seien, falls die Organisatoren nicht für einen ständigen Wachschutz sorgen würden. Zudem sei zu befürchten, dass Aktivisten Veranstaltungen stören könnten. Im Lab sollten „Lösungsvorschläge für die Zukunft von Metropolen“ entwickelt werden. Geplant sind neun Standorte weltweit in sechs Jahren, nach dem Stopp in Berlin sollte die Reise für das Lab in das indische Mumbai weitergehen.

Der linksextremen Szene passt die Art der Ideensuche, die in dem Lab betrieben werden sollte, nicht. In einem Aufruf heißt es: „Für den Kiez bedeutet das geplante Lab eine weitere Aufwertung und eine Beschleunigung der ohnehin schon rasanten Mietsteigerungs- und Verdrängungsspirale. BMW hofft auf einen fetten Image-Zugewinn, und der Grundstückseigentümer natürlich auf eine schöne Wertsteigerung seines Grundstückes, auf dem in nicht so ferner Zukunft Luxuswohnungen entstehen sollen.“ Mittlerweile gibt es eine eigene Internetseite der Gegner.

Das Grundstück direkt an der Spree steht seit Jahren im Fokus linker Aktivisten. Schon im Juni 2010 war die Brache im Anschluss an eine Demonstration von Mediaspree-Gegnern besetzt worden. Anfang März hatten Aktivisten die erste Veranstaltung des Labs mit Kreuzberger Anwohnern massiv gestört. Bürgermeister Schulz sprach von einem „sehr konfliktbeladenen“ Abend.

Zwei Motive sah der polizeiliche Staatsschutz für mögliche Attacken auf das Lab: Zum einen sehe die linke Szene das Projekt als Beispiel für Gentrifizierung, also für eine Verdrängung sozial schwacher Mieter. Dem BMW-Konzern wird außerdem vorgeworfen, im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter hergestellt und die Zwangsarbeiter, die dabei eingesetzt wurden, bis heute nicht ausreichend entschädigt zu haben. Zuletzt hatte die Polizei in der vergangenen Woche Kontakt mit den Organisatoren.

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