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Palästina-Treffen in Berlin : Urania lädt die Iranische Botschaft aus

In der Berliner Urania ist eine Diskussionsrunde über den Nahost-Konflikt abgesagt worden - vier Tage bevor sie stattfinden sollte.

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Die Urania hat nach Tagesspiegel-Informationen eine für diesen Freitag geplante Diskussionsrunde über den Nahost-Konflikt abgesagt. Zu dem Palästina-Symposion mit dem Titel „Frieden auf der Basis von Gerechtigkeit“ hatte die Kulturabteilung der iranischen Botschaft eingeladen. Kritiker sprachen von einer anti-israelischen, antizionistischen „Propagandaveranstaltung“, die sich gezielt gegen den jüdischen Staat richte. Sie forderten die bekannte Berliner Bildungseinrichtung auf, dafür keine Räume zur Verfügung zu stellen. Der Urania-Direktor Ulrich Bleyer begründete die Absage am Montag: „Wir haben recherchiert und den Eindruck gewonnen, dass die Veranstaltung sich nicht mit dem Satzungszweck der Völkerverständigung und Toleranz vereinbaren lässt.“ Man habe der Botschaft deshalb am Montag die Räume gekündigt.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, hält die Entscheidung für „richtig und gut“. Die einseitige politische Ausrichtung der Veranstaltung sei klar ersichtlich gewesen. Man müsse deshalb der Urania-Leitung für ihre Entscheidung dankbar sein, sagte Robbe dem Tagesspiegel. „Hätte die Veranstaltung stattgefunden, wären große Irritationen die Folge gewesen. Gerade, weil es sich bei der Urania um eine angesehene und renommierte Bildungseinrichtung handelt.“ Vorwürfe, die Urania habe sich dem Druck einer „Israel-Lobby“ gebeugt, wies Robbe entschieden zurück. Diese Reaktion sei „vorhersehbar“ gewesen.

Im Iran ist kürzlich ein neuer Präsident gewählt worden: Hassan Ruhani hat nun an diesem Sonntag die Juraprofessorin Elham Aminsadeh zu seiner Vizepräsidentin ernannt. Sie ist die erste Frau in Ruhanis Regierung.

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