Pankow : Neue Fahrradständer mit Hürden

Wie gut funktioniert das Einparken im Fahrrad-Etagen-Stellplatz, der an diesem Montag offiziell eröffnet wurde? Tagesspiegel-Autorin Ulrike Scheffer hat den Selbsttest gemacht.

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Die neuen, doppelstöckigen Fahrradständer, direkt vor dem S- und U-Bahnhof in Berlin-Pankow.
Die neuen, doppelstöckigen Fahrradständer, direkt vor dem S- und U-Bahnhof in Berlin-Pankow.Foto: Thilo Rückeis

Die doppelstöckigen Fahrradständer stehen seit Ende vergangenen Jahres am S- und U-Bahnhof Pankow. Schön sehen sie nicht aus, die Metallkonstruktionen, aber praktisch sollen sie sein, die Technik sei „leicht bedienbar“, heißt es in der Einladung zum Pressetermin am heutigen Montag. Da soll die Anlage mit prominenter politischer Beteiligung feierlich - noch einmal - eröffnet werden.

Das testen wir vorher lieber mal selbst. Erster Eindruck: Angesichts der Tatsache, dass hier 300 Fahrräder Platz finden sollen, wirken die Ständer, die da in mehreren Reihen stehen, gar nicht so groß. Bedenklich ist dagegen, dass zwischen den abgestellten Rädern schon jetzt sehr viel Müll liegt und einige der Abteile bereits defekt und mit rot-weißen Bändern abgesperrt sind.

Die meisten Ständer sind aber offenbar funktionstüchtig. Auf einer Tafel wird die Bedienung der oberen Etagen beschrieben. Unten ist die Sache selbsterklärend. Man schiebt das Rad auf eine Schiene, kettet es mit dem eigenen Schloss an einen Bügel an, fertig. Die Tafel warnt vor „Verletzungsgefahren“ beim Einschieben des Rades in einen unteren Stellplatz: Achtung, oben nicht den Kopf stoßen.

Selbsterklärend sind die Fahrradständer nicht

Ein Grund mehr für Radfahrer, einen Helm zu tragen. Oder das Rad oben unterzubringen. Auf der Tafel sieht es ja ganz einfach aus: Die Schiene samt einer Verlängerung herausziehen und runterdrücken, Fahrrad draufschieben, anschließen und Schiene samt Fahrrad einfach wieder hochdrücken. Eine Hydraulik hilft dabei. Wenn da nur nicht diese Metallschwelle wäre. Die ist zwischen der eigentlichen Schiene und der Verlängerung angebracht. Instinktiv schieben daher wohl viele – jedenfalls die Autorin dieses Textes – das Vorderrad zunächst nur bis zur Schwelle. Doch so bewegt sich einfach nichts. Also nochmal ein Blick auf die Tafel. Aha, das Vorderrad muss darüber gehoben werden. Dann kann man es hochrollen und dann auch das Hinterrad über die Schwelle heben. Ein bisschen Kraft benötigt man dafür schon. Aber es geht. Sogar erstaunlich schnell. Rad anschließen, Schiene hochdrücken, ein Kinderspiel.

Berlin fährt Rad
Urban Knitting an einem Fahrrad. Peter Wand entdeckte dieses zwischen die Speichen gestrickte Kunstwerk am U-Bahnhof Gesundbrunnen. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos der Berliner Radkultur an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
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06.04.2017 10:03Urban Knitting an einem Fahrrad. Peter Wand entdeckte dieses zwischen die Speichen gestrickte Kunstwerk am U-Bahnhof...

Test also bestanden? Nicht ganz. Denn die Ständerreihen stehen eindeutig zu eng. Wer im hinteren Bereich sein Rad auf einer der oberen Etagen unterbringen will, hat nicht genug Platz, um es gerade auf die Schiene zu schieben. Im Rücken hat man schon die Räder des nächsten Ständers. Man muss sein Rad schräg auf die Schiene heben – was kraftraubend und ganz sicher nicht rückenschonend ist

Und wozu die Schwelle? Das wird beim Herausholen des Rades klar. Dann verhindert sie, dass einem das Rad entgegenkommt, wenn man die Schiene herunterdrückt. Ach so!

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