Parkstreit in Berlin : Im Ottopark sollen Bäume fallen

Berlin und seine Parks. Sie werden renoviert und dann beschmiert. Vor allem im Park am Gleisdreieck ist das zu beobachten. Jetzt wird um einen anderen Park gestritten.

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Der Ottopark in Moabit soll umgestaltet werden - und das heißt: Es sollen Bäume gefällt werden. Viele seien in engen Dreiergruppen gepflanzt und würden sich deshalb gegenseitig behindern, sagt Baustadtrat Ephraim Gothe.Alle Bilder anzeigen
Foto: Mike Wolff
28.09.2011 14:36Der Ottopark in Moabit soll umgestaltet werden - und das heißt: Es sollen Bäume gefällt werden. Viele seien in engen Dreiergruppen...

Der Park am Gleisdreieck wurde vor wenigen Monaten feierlich eröffnet. Doch schon kurze Zeit später zieren nicht nur neue Bänke das Bild, sondern auch Schmiererein. Berlin diskutiert über seine Parks. Jetzt stehen wieder zwei Parks im Mittelpunkt. Der Ottopark und Kleiner Tiergarten ist nicht völlig verwahrlost, aber auch nicht schön. Das soll sich jetzt ändern – auch mithilfe von Motorsägen. Doch die Anwohner in Moabit sind nicht begeistert und protestieren nun gegen die geplante Umgestaltung. Demnächst soll die Umgestaltung zwischen Alt-Moabit, Turmstraße und Thusneldaallee beginnen. Dass dafür allein im westlichen Teil 100 von 300 Bäumen gefällt werden sollen, brachte manche Anwohner auf. Moabit habe jedes Grün nötig, meinten sie, zumal in einer Vorab-Info des Landschaftsarchitekturbüros Latz und Partner von „vorsichtigem Zurücknehmen des Baumbestandes“ und „behutsamer Umgestaltung des dichten Gehölzrandes“ die Rede war.

Nachdem mehr als 2000 Protest-Unterschriften gesammelt worden waren, beschlossen die Bezirksverordneten ein Moratorium bis Dezember. Am Montag habe das Bezirksamt Mitte entschieden, Kritikern bei Begehungen „baubegleitende Erläuterungen“ der Umgestaltung anzubieten, sagte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Für die Arbeiten, die kommendes Frühjahr starten, sei sogar ein Runder Tisch mit den Bürgerinitiativen geplant.

Gleisdreieck-Park beschmiert
Der Drang zur Verewigung.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Tsp
25.09.2011 13:19Der Drang zur Verewigung.

Zunächst hatte die Bürgerinitiative „Silberahorn“ gegen die Abholzpläne protestiert, im August meldete sich ein weiteres Bündnis zu Wort. Dessen Forderung: geplante Sport- und Spielmöglichkeiten im Ottopark nur auf vorhandenen Freiflächen zu errichten sowie auf eine Liegewiese zu verzichten. In Zeiten des Klimawandels seien Schattenspender gefragt und keine Sonnenbadestellen, sagte Karl Amannsberger von der neuen Initiative.

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