Politik ist fassungslos : „Ein Desaster für die Stadt“
09.05.2012 00:00 UhrWer trägt die Verantwortung für das Desaster? Welche Gründe haben dazu geführt, dass die Eröffnung des Hauptstadtflughafens verschoben wird? Diese Fragen wird der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus beantworten müssen. Er kündigte eine Regierungserklärung an, die anschließend heiß diskutiert werden dürfte. Erst am frühen Montagabend wurde Wowereit vom Chef der Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, telefonisch informiert. Die Fraktionsspitzen der rot-schwarzen Regierungskoalition und ihre Verkehrsexperten blieben noch bis Dienstagvormittag ahnungslos.
Auch dann brauchten die Fraktionschefs Raed Saleh (SPD) und Florian Graf (CDU) noch einige Stunden, um ihre Überraschung und Bestürzung in gesetzte Worte zu kleiden. Die Entscheidung, die Eröffnung des Airports zu verschieben, sei nachvollziehbar, erklärte Saleh. Sicherheit gehe vor Schnelligkeit. Die Besserwisserei der Opposition helfe in dieser schwierigen Situation nicht weiter. „Sicherheit hat selbstverständlich Vorrang vor jedem anderen Interesse“, sagte auch der CDU-Fraktionschef Graf. Er erwartet eine rasche Aufklärung der Gründe und Verantwortlichkeiten der Verzögerung und die daraus resultierenden finanziellen Konsequenzen.
Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel wurde deutlicher und nannte die Verschiebung „peinlich“. Jeder mittelständische Unternehmer wäre bei so einer Planung am Rande der Pleite oder würde in Schadensersatzansprüchen ersticken. „Mit einem Augenzwinkern“, so Steffel, freue er sich aber als Reinickendorfer über jeden Tag, den der Flughafen Tegel länger geöffnet habe.
Bildergalerie: So entsteht der neue Flughafen
Währenddessen lag der verkehrspolitische Sprecher der Union, Oliver Friederici, mit einer fiebrigen Erkältung im Bett und sagte heiser: „Das ist ein Hammer!“ Probleme mit dem Brandschutz seien ja seit Wochen bekannt. „Aber das es ein so Problem ist, ahnten wir nicht.“ Auch der SPD-Verkehrsfachmann Ole Kreins musste sich erst einmal sammeln und räumte freimütig ein, ziemlich ratlos zu sein. „Glücklicherweise haben wir noch den Flughafen Tegel und sind damit vorerst auf der sicheren Seite.“







































