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Andreas Geisel zum Angriff in Neukölln : "U-Bahnhöfe dürfen keine Angsträume sein"

Innensenator Andreas Geisel verurteilt die Attacke am U-Bahnhof Herrmannstraße scharf. Erste Zeugen haben sich nach einem Aufruf der Polizei gemeldet.

von und Ann-Kathrin Hipp
Der U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln.
Der U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln.Foto: Thilo Rückeis

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Attacke auf eine Frau am U-Bahnhof Hermannstraße scharf verurteilt. „Es ist vor allem dieser unvermittelte Ausbruch von Gewalt, der so schockierend ist“, sagte Geisel dem Tagesspiegel. Er sei sicher, dass die Polizei die Täter rasch finden werde. „Klar ist aber auch: U-Bahnhöfe dürfen keine Angsträume sein“, forderte Geisel.

Bei dem heimtückischen Angriff am Neuköllner U-Bahnhof Hermannstraße war eine 26-jährige Frau verletzt worden. Nach dem Zeugenaufruf der Polizei zu der Gewalttat sind bis Freitagabend sechs Hinweise eingegangen. Seit Donnerstag fahndet die Polizei mit einem Überwachungsvideo der BVG intensiv nach dem Täter, der in der Nacht auf den 27. Oktober eine Frau attackiert hatte.

Es zeigt wie die 26 Jahre alte Frau zum Bahnsteig der U8 hinunter geht und ein Mann ihr unvermittelt in den Rücken tritt. Die Frau stürzt und landet mit Gesicht und Oberkörper auf dem Treppenabsatz. Der Täter geht zusammen mit seinen drei Begleitern weiter ohne zu helfen. Das Opfer erstattete nach einer ambulanten Behandlung im Krankenhaus Anzeige wegen schwerer Körperverletzung.

Debatte um vorzeitige Veröffentlichung des Videos durch Medien

Das Video, mit dem die Polizei jetzt öffentlich nach den Tätern fahndet, löste bereits eine heftige Debatte aus. Noch vor der Veröffentlichung durch die Polizei waren die Aufnahmen am Mittwoch auf den Internetseiten der "Bild"-Zeitung und der B.Z. zu sehen. Die Polizei selbst wartete nach eigenen Angaben mit der Veröffentlichung auf die richterliche Bewilligung. Diese habe die Staatsanwaltschaft erst am Donnerstag erteilt. Wie das Video in die Redaktionen gelangen konnte, ist bisher unklar. Dass es von eigenen Mitarbeitern weitergegeben worden ist, schließt BVG-Sprecherin Petra Reetz aus.

Im internen Betriebssystem der Polizei soll das Video bereits einsehbar und potenziell für jeden Mitarbeiter zugänglich gewesen sein. Dem Sprecher der Berliner Polizei, Winfrid Wenzel, zufolge hat die Polizei ein Verfahren für den Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz eingeleitet. Es soll rekonstruiert werden, an welcher dienstlichen Stelle das Video an die Redaktionen übermittelt wurde.

Die Suche nach dem Täter und seinen Begleitern blieb bisher ohne Erfolg. Den eingegangenen Hinweisen geht die Polizei nach.

Weitere Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in der Friesenstraße 16 in Kreuzberg unter der Telefonnummer 030/4664–571100 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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