Berlin-Hellersdorf : Schmierereien gegen Asylbewerberheim entdeckt

In der Nacht zum Freitag wurden in Hellersdorf großformatige Parolen auf die Bürgersteige geschmiert, die sich gegen das geplante Asylbewerberheim in der Carola-Neher-Straße richten.

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Gegen 0.45 Uhr entdeckten die Polizisten die Schmierereien an zwei Stellen: Einerseits in unmittelbarer Nähe zum geplanten Asylbewerberheim in der Carola-Neher-Straße, andererseits auf dem Alice-Salomon-Platz gegenüber des U-Bahnhofs Hellersdorf. Laut Polizei wurde an beiden Stellen die Parole "Nein zum Heim" angebracht, in der Carola-Neher-Straße war außerdem der Spruch "Schutz der Familie - wir wollen unsere Ruhe" zu lesen.

Die Parolen wurden laut Polizei mit bunter Kreide auf die Gehwege geschrieben; sie konnten daher relativ leicht entfernt werden. Die Schmierereien am Alice-Salomon-Platz bedeckten dabei laut Feuerwehr eine Fläche von 500 Quadratmetern. Die Feuerwehr war zwischen 1.20 Uhr und etwa 2.00 Uhr im Einsatz, um die Parolen zu entfernen.

In Hellersdorf gibt es seit Wochen Konflikte um das geplante Asylbewerberheim, in dem ab August zunächst 200, später dann 400 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Auf einer Veranstaltung, bei der über das geplante Heim informiert werden sollte, gab es lautstarke Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen. Die Berliner NPD mobilisiert massiv gegen das Asylbewerberheim und organisierte am vergangenen Wochenende mehrere Demonstrationen, die aber von Gegendemonstranten übertönt wurden. Die Hellersdorfer Bevölkerung ist in der Frage tief gespalten.

Im Internet organisieren sich diejenigen, die das Asylbewerberheim ablehnen, in der Facebook-Gruppe "Bürgerinitiative Marzan-Hellersdorf" - diese verwendet auch die Parole "Nein zum Heim" -, während sich bislang rund 13.000 Befürworter des Asylbewerberheims in einer Online-Petition mit den Flüchtlingen solidarisiert haben.

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