Berlin-Neukölln : Nach Angriff: Polizei schießt Mann in Brust

In der Nacht zu Freitag ist ein Mann von der Polizei angeschossen worden. Er soll auf die Beamten losgegangen sein - mit Kampfhund. Der wurde durch einen Taser außer Gefecht gesetzt.

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Im Dauereinsatz: Rettungssanitäter in Berlin. (Symbolbild)
Im Dauereinsatz: Rettungssanitäter in Berlin. (Symbolbild)Foto: dpa

Die Polizei hat in der Nacht zu Freitag in Neukölln auf einen Mann geschossen und ihn schwer verletzt. Er musste notoperiert werden, soll inzwischen aber außer Lebensgefahr sein.

Der Mann habe zuvor die Beamten massiv bedroht, hieß es bei der Polizei. Daraufhin sei es zu einer Schussabgabe gekommen, der Mann wurde in die Brust getroffen. Ein Hund, den der Mann bei sich führte und auf die Beamten gehetzt hatte, wurde mit einem Taser außer Gefecht gesetzt. Das SEK soll an dem Einsatz beteiligt gewesen sein.

Alles nur wegen ein paar Zigaretten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte war ein Polizeibeamter außer Dienst kurz vor 1 Uhr nachts an einer Tankstelle an der Ecke Fritz-Erler-Allee/ Neuköllner Straße von dem Mann angesprochen worden. Er habe in räuberischer Absicht die Herausgabe von Zigaretten verlangt und gedroht, ansonsten seinen Kampfhund auf den Beamten zu hetzen. Als dieser daraufhin per Telefon seine Kollegen verständigte, sei der Mann mit dem Hund geflüchtet.

Mutmaßlicher Räuber aus Versehen getroffen

Die herbeigerufenen Polizisten hätten die Umgebung nach dem Tatverdächtigen abgesucht und den Mann, der für die Polizei kein Unbekannter sein soll, auch entdeckt. Auf die Aufforderung der Polizisten, sich zu stellen, habe der mutmaßliche Räuber offenbar seinen nicht angeleinten Kampfhund auf die Beamten gehetzt. Ein Polizist habe auf den bedrohlich wirkenden Hund geschossen, ihn aber verfehlt und den Mann, der sich hinter dem Hund in einem Gebüsch befand, in die Brust getroffen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Hund, der laut Polizei immer noch einen aggressiven Eindruck machte, wurde von inzwischen angeforderten Kollegen des Spezialeinsatzkommandos (SEK) mit einem Taser angriffsunfähig gemacht und zunächst zum Polizeiabschnitt 56 gebracht.

Wie in solchen Fällen üblich, ermittelt laut Polizei eine Mordkommission des Landeskriminalamts gegen den Beamten, der den Schuss abgab, wegen gefährlicher Körperverletzung.

Mehrere Vorfälle zuvor

Wie berichtet hatte eine Polizistin erst vor einigen Tagen einem Mann in den Bauch geschossen, nachdem der auf offener Straße andere Passanten in Hellersdorf bedroht hatte. Kurz danach wurde einem Mann in Falkensee in die Beine geschossen. Daraufhin entstand eine Debatte um Tasern bei der Polizei. Bislang ist dies nur dem SEK erlaubt. Innensenator Frank Henkel will diese Geräte nun auch bei der Polizei testen lassen.

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