Brandanschläge im Regierungsviertel in Berlin : 5.000 Euro Belohnung für Hinweise auf "Deutsche Widerstandsbewegung"

Zu dem Brandanschlag auf das Schloss Bellevue, den Amtssitz des Bundespräsidenten, hat sich eine "Deutsche Widerstandsbewegung" bekannt. Damit steht die Tat vom Pfingstsonntag im Zusammenhang mit mehreren Anschlägen auf Bundestag und CDU-Bundeszentrale seit August vergangenen Jahres.

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Ein Unbekannter warf am Sonntag einen Molotow-Cocktail gegen die Mauer des Schloss Bellevue.
Ein Unbekannter warf am Sonntag einen Molotow-Cocktail gegen die Mauer des Schloss Bellevue.Foto: dpa

Ein Radfahrer hatte in der Nacht zu Pfingstsonntag einen Brandsatz auf den Zaun am Schloss Bellevue geworfen. Ein nennenswerter Schaden entstand nicht. Beamte der Bundespolizei konnten das Feuer am Amtssitz des Bundespräsidenten schnell löschen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, später jedoch wieder freigelassen.

Nun teilt die Polizei mit: Auf Flugblättern bekannte sich eine "Deutsche Widerstandsbewegung" zu der Tat. Damit steht sie in einer Reihe mit einer ganzen Serie von Brandanschlägen im Regierungsviertel in den vergangenen Monaten. Seit August gab es bereits sechs ähnliche Vorfälle in Berlin: Vier galten dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags, einer dem Reichstagsgebäude und einer der Bundeszentrale der CDU in der Klingelhöferstraße. Alle Anschläge ereigneten sich zwischen 1 Uhr und 3.30 Uhr in der Nacht.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Anschlagsserie beitragen können. Wer etwas zu den Taten oder Tätern oder speziell zur "Deutschen Widerstandsbewegung" sagen kann, soll sich unter der Telefonnummer (030) 4664-953 223 und außerhalb der Bürodienstzeiten unter (030) 4664 950 130 an den Polizeilichen Staatsschutz beim Landeskriminalamt, Bayernring 44 in Tempelhof, oder jede andere Polizeidienststelle wenden. Vertraulichkeit ist zugesichert.

Die Flugblätter enthielten krude Botschaften. "Der Ausgangspunkt der Gewalt ist die Ignoranz der Herrschenden", hieß es in der Überschrift. Darunter hetzte der Autor gegen Zuwander in Deutschland. Die "multikulturelle, multiethnische, multireligiöse und multigeschichtliche Bevölkerungskonstellation" würde "das Land zerrütten und balkanisieren".

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