Durchsuchungen in acht Bundesländern : Bande soll mit "Schrottimmobilien" betrogen haben

Acht Männern wird der gewerbs- und bandenmäßige Betrug mit so genannten "Schrottimmobilien" vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht von mindestens 18 Fällen zwischen 2008 und 2012 aus.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Staatsanwaltschaft Berlin verdächtigt acht Männer im Alter zwischen 34 und 59 Jahren, über einen Zeitraum von vier Jahren banden- und gewerbsmäßigen Betrug mit so genannten "Schrottimmobilien" verübt zu haben. Unter den Verdächtigen ist auch ein 56-jähriger Notar. Festnahmen gab es nicht.

Am Dienstag wurden insgesamt 20 Immobilien in Berlin sowie in Brandenburg, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen durchsucht. Fünfzig Polizisten und drei Staatsanwälte waren an der Aktion beteiligt. Nach Angaben der Ermittler wurden in der Kanzlei des Notars zehn Kartons mit Geschäftsunterlagen beschlagnahmt. Auch Computer, Festplatten und andere Speicherträger wurden sichergestellt.

Nepp wurde als "Steuersparmodell" verkauft

Die Männer sollen in den Jahren zwischen 2008 und 2012 in mindestens 18 Fällen minderwertige Immobilien zu völlig überzogenen Preisen an "wirtschaftlich unerfahrene und unbedarfte Käufer", wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, verkauft haben. Dabei habe es "üblicherweise" um bereits vermietete Eigentumswohnungen gehandelt. Der Nepp wurde dabei als "Steuersparmodell" angepriesen: Den Käufern wurde vorgemacht, dass die vermeintlichen Steuervorteile in Kombination mit den Einnahmen aus den bereits vermieteten Immobilien ein gutes Geschäft wären.

Kaufpreise überstiegen Wert teils um 350 Prozent

Die Immobilien sollen zu Preisen über den Tisch gegangen sein, die den eigentlichen Wert teilweise um 350 Prozent überstiegen. Viele Käufer führte das an den Rand des wirtschaftlichen Ruins: "Die reale monatliche Belastung aus dem Wohnungserwerb führte zahlreiche Käufer an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten bzw. ihrer Existenz", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen dauern an.

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