Havel : 71-Jähriger starb bei Paddel-Tour

Der Freund des Opfers kam stark unterkühlt ins Unfallkrankenhaus Marzahn. Er war am Nachmittag nach Angaben der Klinik außer Lebensgefahr.

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Ein 71-Jähriger ist nach dem Kentern seines Paddelbootes auf der Havel gestern Mittag gestorben. Sein 69-jähriger Freund wurde stark unterkühlt mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallkrankenhaus Marzahn geflogen. Er war am Nachmittag nach Angaben der Klinik weiter auf der Intensivstation in Lebensgefahr. Die Ärzte gingen aber davon aus, dass der Mann überlebt.

Die beiden Rentner waren mit ihrem Faltboot auf der Havel unterwegs, als sie bei starkem Wind kenterten. Windsurfer hörten die Hilferufe und brachten die beiden Rentner mithilfe ihrer Bretter an Land. Die Feuerwehr wurde um 12.48 Uhr zur Havelchaussee Höhe Große Steinlanke gerufen. Dem Notarzt gelang es zwar zunächst, den älteren Paddler wiederzubeleben, doch die Unterkühlung war zu stark. In der Charité Wedding wurden nur noch 23 Grad Körpertemperatur gemessen, der Mann starb dort.

Diese Temperatur gilt gerade bei älteren Menschen als sicher tödlich. Mediziner sprechen bereits bei einer Temperatur von unter 28 Grad von einer schweren Unterkühlung, die Bewusstlosigkeit, Kreislauf- und Atemstillstand zur Folge haben kann. Bei dem 69-Jährigen lag die Körpertemperatur nach dem Unfall bei etwa 30 Grad.  Er wurde auf der Intensivstation sehr langsam und kontrolliert wieder aufgewärmt.

Nach Angaben von DLRG-Einsatzleiter Frank Villmow gab es vor allem mittags starke Böen bis Stärke 9. Dies bestätigten auch Meteorologen, gerade zwischen 12 und 13 Uhr habe es starke Windböen gegeben in Berlin. Villmow und auch die Polizei sprachen von sehr großem Leichtsinn der beiden Paddler. Da die durchschnittliche Wassertemperatur derzeit nur noch vier Grad beträgt, unterkühle der Körper extrem schnell. „Für die Rettung bleiben da nur wenige Minuten Zeit“, sagte Villmow. Doch die beiden sollen etwa 30 Minuten im Wasser gewesen sein, berichteten Augenzeugen. Schneller haben die Surfer die Männer nicht an Land bringen können, hieß es.

Von wo die Männer kamen und wohin sie wollten, blieb unklar. Möglicherweise planten sie, die Havel an dieser breiten Stelle zu überqueren. Wie es hieß, wäre auch der zweite Mann sicher ertrunken, wenn nicht mehrere Surfer in der Nähe gewesen wären. Denn zu dieser Jahreszeit sind die Stationen der während der Wassersportsaison aktiven ehrenamtlichen Retter nicht besetzt. Die DLRG ist in diesem Jahr zu fast 1700 Einsätzen ausgerückt und konnte dabei nach Villmows Angaben 37 Menschenleben retten. Ha

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