Mit Tempo 180 durch Berlin-Lichtenberg : Polizei sucht Motorrad-Raser, der seine Fahrten filmt

Er nennt sich "Gunny", er fährt eine dunkle Yamaha R6 und er ist ein notorischer Raser. Seine selbstmörderischen Fahrten über Landstraßen und Berliner Wohngegenden dokumentiert der Unbekannte auf Youtube. In Brandenburg wird bereits gegen ihn ermittelt.

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Ausschnitt aus einem Polizeivideo: Es zeigt, wie ein Motorradfahrer bei Tempo 170 auf dem Hinterrad fährt. In Berlin und Brandenburg treibt derzeit ein Raser sein Unwesen, der seine selbstmörderischen Fahrten filmt und auf Youtube veröffentlicht.
Ausschnitt aus einem Polizeivideo: Es zeigt, wie ein Motorradfahrer bei Tempo 170 auf dem Hinterrad fährt. In Berlin und...Foto: dpa

Mit seinen Raserfahrten auf dem Motorrad riskiert er sein Leben und das anderer Menschen: Ein Unbekannter, der sich „Gunny“ nennt, verbreitet seit einiger Zeit auf der Internetplattform Youtube Videos, auf denen offenbar er selbst während seiner Raserfahrten zu sehen ist. Gefilmt wurde das Ganze mithilfe einer Kamera am Helm. Das Kennzeichen seiner dunklen Yamaha R6 ist unkenntlich gemacht, er selbst versteckt sich hinter einem schwarzen, verspiegelten Helm. Auf seinem Tacho ist ein Totenkopf abgebildet; die Raserfahrten finden vor allem auf Landstraßen im nahen östlichen Umland statt, aber auch in belebten Wohngegenden, wie etwa am Bahnhof Lichtenberg. Da sein Tacho im Film zu erkennen ist, kann man das Tempo lesen – in Lichtenberg sind es 180 Stundenkilometer.

Die Brandenburger Polizei ermittelt bereits gegen den Raser, der noch nicht identifiziert werden konnte. Ein Sprecher der Polizeidirektion Ost sagte: „Wir prüfen, ob es bereits Anzeigen zu diesem Unbekannten gibt.“ Die Fahrten fanden offenbar weitgehend in deren Zuständigkeitsbereich statt, heißt es bei der Berliner Polizei. Ihr selbst liegen bislang keine Anzeigen vor. Ermittelt wird noch nicht.

Laut ADAC drohen dem Raser aufgrund des Tempos und des Fahrstils ein Bußgeld von 600 Euro und vier Punkte in Flensburg sowie Führerscheinentzug. „Es ist nicht nur selbstmörderisch, was der Mann dort tut“, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. „Er gefährdet auch extrem andere Verkehrsteilnehmer.“

Der ADAC-Experte ist sicher, dass kaum eine Überlebenschance für andere Verkehrsteilnehmer besteht, wenn sie mit dem Raser zusammenstoßen. Auf den Videos ist zu sehen, wie der Mann teilweise mit bis zu 260 Stundenkilometern über die Landstraßen rast und sich per Videokommentar lustig über andere Autofahrer macht. Auch waghalsige Überholmanöver sind zu sehen und seine Art, einen Stau zu umfahren: Er rast auf dem Bürgersteig an den Autos vorbei. „Ich weiß nicht, was sein Motiv ist. Geltungssucht? Mutprobe?“, vermutet der Experte. Er könne nur hoffen, dass es keine Nachahmer gibt und sich andere nicht durch diese Videos inspirieren lassen.

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