Mord in Charlottenburg : Lehrerin wird von Freund angezündet

Auf schreckliche Weise ist eine 45-jährige Lehrerin am Sonntagmorgen in Charlottenburg getötet worden: Ihr Freund zündete die Frau an, sie starb an schweren Brandverletzungen.

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In der Charlottenburger Haubachstraße, dicht am Richard-Wagner-Platz, ereignete sich die grausame Tat.
In der Charlottenburger Haubachstraße, dicht am Richard-Wagner-Platz, ereignete sich die grausame Tat.Foto: Jörn Hasselmann

Die Lehrerin starb einen grausamen Tod. In der Nacht zu Sonntag wurde eine 45-jährige Frau in ihrer Wohnung in einem Charlottenburger Altbau angezündet. Sie flüchtete noch ins Treppenhaus und brach dort zusammen. Ein Nachbar versuchte, ihre brennende Kleidung zu löschen. Zu spät, das Opfer Ulla N. war da schon tot. Um 1.56 Uhr geht der Alarm bei der Feuerwehr ein, die Männer sind Minuten später in der Haubachstraße, dicht am Richard-Wagner-Platz. Ein Zimmer der Wohnung im dritten Stock brennt „in ganzer Ausdehnung“, wie Feuerwehrleute beschreiben. Ein Mensch aus der anderen Wohnung im dritten Stock muss über eine Drehleiter gerettet werden, weil das Treppenhaus stark verraucht ist. Zwei weitere Hausbewohner werden wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Zwei Stunden später ist das Feuer vollständig gelöscht, der restliche rauchende Schutt aus dem Fenster in den Hof gekippt.

Jorge Q. wird nach diesem Geständnis sofort festgenommen

Was sich in dem Zimmer zum Hof, im hinteren Teil der großen Wohnung, genau abgespielt hat, ist unklar. Eine weitere Stunde später erscheint ein 51-jähriger Mann auf dem Revier des Abschnitts an der Bismarckstraße und erklärt den Polizisten: „Ich habe meine Freundin umgebracht.“ Es ist fünf Uhr früh. Jorge Q. wird nach diesem Geständnis sofort festgenommen. Nach den Ermittlern des Branddezernats erscheinen die Kollegen von der Mordkommission am Tatort. Die Obduktion des Opfers vom Vormittag ergibt, dass die Frau an ihren Brandverletzungen gestorben ist. Sie soll von Jorge Q. angezündet worden sein. Wie, bleibt noch unklar. Möglich sei, dass er einen Brandbeschleuniger wie Spiritus verschüttet habe, heißt es.

Die herbeigeeilte Feuerwehr konnte die 45-Jährige nicht mehr retten.
Die herbeigeeilte Feuerwehr konnte die 45-Jährige nicht mehr retten.Foto: Jörn Hasselmann

Lehrerin wohnte zehn Jahre in der Altbauwohnung

Seit mindestens zehn Jahren soll die Lehrerin in der Vorderhauswohnung gelebt haben, ebenso lange soll sie mit dem Mann befreundet gewesen sein, berichten Nachbarn. Am Briefkasten ist ein kleiner Zettel angeklebt, auf dem nur „Jorge“ steht, kein Nachname. Nach Polizeiangaben ist der Verdächtige nicht in Berlin gemeldet. Ein Mieter des Hauses berichtet, dass Q. nur an den Wochenenden nach Berlin kam, manchmal habe man sich im Fitnessstudio an der Wilmersdorfer Straße getroffen.
Ulla N. war Lehrerin an einer Waldorfschule, ist dem Internet zu entnehmen. Sie war Esoterikerin, bot Seminare in „Naturaufstellungen“ an. Bei dieser Methode soll der Mensch durch eine enge Verbindung mit der Natur „Klarheit gewinnen“. Zudem bot N. ihre Hilfe als „Releasingbegleiterin“, also beim Loslassen belastender Erinnerungen. Jorge Q. soll am heutigen Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. Im Juni war eine Frau in Blankenfelde von ihrem Ehemann angezündet worden. Sie hatte sich mit schwersten Brandverletzungen in einen Pool gerettet.

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