Prävention gegen Einbrüche in Berlin : Computer sagt Verbrechen voraus

Die Software „KrimPro“ soll Einbrüchen vorhersagen und verhindern. In Berlin soll das Programm zu Beginn der dunklen Jahreszeit eingesetzt werden.

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Er kommt von draußen rein. 11.815 Mal schlugen Einbrecher im vergangenen Jahr in Berlin zu. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 8,5 Prozent.
Er kommt von draußen rein. 11.815 Mal schlugen Einbrecher im vergangenen Jahr in Berlin zu. Die Aufklärungsquote liegt bei rund...Foto: dpa

Das Landeskriminalamt hat die Software „KrimPro“ (Kriminalitätsprognose Wohnraumeinbruch) entwickelt. Damit soll die Wahrscheinlichkeit von Einbrüchen an bestimmten Orten vorhergesagt werden. Es geht um „predictive policing“, also voraussagende Polizeiarbeit. Das Verfahren berechnet die Wahrscheinlichkeit für künftige Fälle. Laut Stephan Harnau vom LKA waren die Tests zufriedenstellend gelaufen. Die Software soll bis zu Beginn der dunklen Jahreszeit eingesetzt werden. Ziel sei es Präsenz zu zeigen, Einbrüche zu verhindern und Bürger zu warnen, sagte Harnau.

Zahl der Einbrüche hat sich verdoppelt

Die Zahl der Einbrüche hat sich laut Innensenator Frank Henkel zwischen 2006 und 2011 „explosionsartig“ verdoppelt – von 6.000 auf 12.000. Seitdem sieht der CDU-Politiker eine „vorsichtige Trendumkehr“, da seit seiner Amtszeit 2011 der Fahndungsdruck erhöht worden sei. Bis Juli dieses Jahres wurden 6690 Einbrüche angezeigt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 waren es 590 Fälle mehr, ein Plus von 9,7 Prozent. Im Juni und Juli habe man aber „spürbare Rückgänge“ verzeichnet, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. 167.000 Einbrüche waren es bundesweit im Vorjahr.

Koordinierungsstelle Wohnungseinbruch

Wegen besserer technischer Sicherungen ist der Anteil der erfolglosen Einbruchsversuche im Vorjahr auf 42 Prozent gestiegen. Die Einbruchsberatung in Berlin ist kostenlos. Man habe eine Koordinierungsstelle Wohnungseinbruch geschaffen, sagte Kandt. In Berlin sind fünf bis sechs „operative Kräfte“ pro Direktion eingesetzt, die sich „stadtweit bewegen“. Im Januar twitterte die Polizei in Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen und Bremerhaven unter dem Hashtag #keinbruch live über Wohnungseinbrüche, um die Öffentlichkeit für das Thema und Prävention zu sensibilisieren.

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