"Pro Deutschland" demonstriert in Berlin : Linke Aktivisten am Görli: "Ihr könnt nach Hause fahren!"

In Berlin protestieren die Rechtspopulisten von "Pro Deutschland" gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Doch wohin sie auch kommen, ob Hellersdorf, Moabit oder Kreuzberg, die Gegendemonstranten sind in der Überzahl und lauter. Alle Ereignisse lesen Sie in unserem Blog.

von , , und Stefan Kuhfs
Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung der rechtspopulistischen Vereinigung "Pro Deutschland" in Berlin auf einem Balkon in der Liebigstraße.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
21.08.2013 19:24Bewohner des Hausprojektes "Liebig 34" stehen vermummt oder mit Affenmasken während einer Gegendemonstration zu einer Kundgebung...

Die rechtspopulistische Partei "Pro Deutschland" demonstrierte am Mittwoch an Hochburgen der linken Szene, wie zum Beispiel der Rigaer Straße Ecke Liebigstraße, gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge. Die Polizei war wegen der angemeldeten Gegendemos auf einen Großeinsatz vorbereitet. Es haben hunderte Menschen aus der linken Szene zur Gegendemonstration. Die Mitglieder von „Pro Deutschland“ starteten am Mittag vor dem Flüchtlingsheim in Hellersdorf, zogen über die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAA) in der Turmstraße in Moabit über die Warschauer Brücke in Friedrichshain nach Kreuzberg. Wie an allen Stationen wurden die Demonstranten auch an ihrer letzten Station, dem Görlitzer Park, niedergebrüllt. Lesen Sie hier in unserem Blog die Ereignisse des Tages im Überblick:

19.50 Uhr: Kurz vor dem endgültigen Abschied der "Pro Deutschland"-Anhänger kommt es zu einem kurzen Tumult, weil gut ein Dutzend Demonstranten die Absperrung überwanden und auf den Transporter zu stürmten. Mit Stinkefinger und verbalen Attacken verabschiedeten sie sich von den "Pro Deutschland"-Leuten. Die Polizei trennt die beiden Parteien. Der Transporter kann ohne weiteren Zwischenfälle wegfahren.

19.30 Uhr: Manfred Rouhs beendet seine Ansprache in dem er allen einen "schönen Abend" wünscht. Daraufhin ertönen die Rufe der Gegendemonstranten: "Ihr könnt nach hause fahren".

Demonstranten bleiben weitgehend friedlich am Görlitzer Park

19.10 Uhr: Der Bundesvorsitzende von "Pro Deutschland", Manfred Rouhs, setzt zur Rede an. Er spricht von einer extremen linksextremen Parallelgesellschaft in Kreuzberg. Seine Rede geht unter dem Gegröle der Gegendemonstranten unter. Diese sitzen mittlerweile auf dem Zaun des Görlitzer Park und bleiben weitgehend friedlich.

18.50 Uhr: Mit aufgestellten Boxen am Bordsteinrand und Mikrofon begrüßt der Landesvorsitzende von "Pro Deutschland", Lars Seidensticker, die gut zehn Anhänger. Seine Worte "Hier steht das gute Deutschland" werden von den Gegendemonstranten niedergebrüllt. Auch Anwohner haben sich unter die circa 400 Menschen gemischt. Mit Buh-Rufen und Klingeln unterbinden sie die Rede von Seidensticker.

18.35 Uhr: "Pro Deutschland"-Aktivisten kommen am Görlitzer Park an. Sie positionieren sich an der Ecke Glogauer und Wiener Straße.

Gemeinsame Erklärung von Direktkandidaten für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf

18.27 Uhr: Die Direktkandidaten für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf haben eine gemeinsame Erklärung zum Flüchtlingsheim abgegeben. Monika Grütters (CDU), Petra Pau (Linke), Iris Spranger (SPD), Stefan Ziller (Grüne), Tom Wesener (FDP) und Björn Glienke (Piraten) schreiben: "Als Wahlkreiskandidaten für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf unterstützen wir die Flüchtlinge, die nun in die ehemalige Max-Reinhardt-Oberschule einziehen. Schwer traumatisierte Menschen aus Bürgerkriegsländern verdienen den Schutz, die Hilfe und den Beistand unserer Gesellschaft. Wir verstehen, dass viele Anwohnerinnen und Anwohner verunsichert sind über die Veränderungen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und sich Sorgen machen, was auf sie zukommt. Wir glauben, dass Sorgen und Vorbehalte durch Aufklärung und Information abgebaut werden können und sind uns sicher, dass gerade auch der Kontakt der Flüchtlinge mit den Anwohnerinnen und Anwohnern zur Entspannung beitragen wird. Wir verwahren uns gegen die empörenden Versuche von Rechtsextremisten, ausländerfeindliche Stimmungen zu schüren und Wahlkampf auf dem Rücken der verstörten und traumatisieren Flüchtlinge zu machen. Als überzeugte Demokraten stellen wir uns gegen Rassismus und menschenverachtende Äußerungen, die Marzahn-Hellersdorf und die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks in keiner Weise repräsentieren."

18.18 Uhr: Etwa 300 bis 350 linke Aktivisten haben sich an am Görlitzer Park eingefunden, um gegen die Kundgebung von "Pro Deutschland" zu demonstrieren. Sie warten vor dem Eingang an der Glogauer Straße, Ecke Wiener Straße. Die Polizei hat die Wiener Straße von Höhe Liegnitzer Straße bis Ratiborstraße für den Verkehr gesperrt.

17.30 Uhr: Die Kundgebung der Rechtspopulisten ist beendet. Nach und nach machen sich die Gegendemonstranten vom Nordkiez von Friedrichshain auf den Weg Richtung Kreuzberg.

Kinder und Eltern aus der Kita "Tausendfüßchen" werden von der Polizei eskortiert

17.20 Uhr: An der Kita "Tausendfüßchen" werden Eltern und Kinder von der Polizei durch die Absperrungen eskortiert. Sichtlich unerfreut blicken sie auf das Spektakel, das sich vor ihren Augen abspielt. Unterdessen redet der Manfred Rouhs von einem vermeintlich rechtsfreiem Raum in Friedrichshain. Er bezeichnet die Gegendemonstranten als "Riesenbabys, denen Grenzen gesetzt werden müssen". Rouhs betont: "Wir werden uns von unserem Kurs nicht abbringen lassen". Außerdem kritisiert der Bundesvorsitzende von "Pro Deutschland" in seiner Ansprache die Polizei. Sie würde nicht genug gegen die Gegendemonstranten vorgehen.

17.10 Uhr: Ein Polizeihubschrauber kreist über der Liebigstraße. Unterdessen hat der Bundesvorsitzende von "Pro Deutschland" Manfred Rouhs seine Rede begonnen. Auf der Seite der Gegendemonstranten werden die Sprechchöre lauter.

17.05 Uhr: Weiterhin fliegen Böller vom Dach. Der Landesvorsitzende von "Pro Deutschland" skandiert: "Der Pöbel holt sich die Straße". An einem offenen Fenster steht ein Mann mit Saxophon, um die Rede zu übertönen. Erneut fordert die Polizei die Gegendemonstranten auf, das Werfen der Knallkörper zu unterlassen.

17.00 Uhr: Die Polizei ermahnt die Gegendemonstranten, das Werfen von Gegenständen vom Dach zu untersagen. Seidensticker beginnt eine Ansprache.

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