Protest der Islamgegner : Einige hundert Teilnehmer bei kurzer Bärgida-Demonstration

Zum vierten Mal hat am Montagabend der Berliner Pegida-Ableger "Bärgida" in der City demonstriert. Ausgangspunkt war der Washingtonplatz am Hauptbahnhof. Es gab mehrere Gegendemonstrationen.

Martin Niewendick
Die Polizei ist am vergangenen Montag mit einem großen Aufgebot bei der Bärgida-Demonstration am Hauptbahnhof im Einsatz.
Die Polizei ist am vergangenen Montag mit einem großen Aufgebot bei der Bärgida-Demonstration am Hauptbahnhof im Einsatz.Foto: dpa

Laut Polizei nahmen rund 550 Menschen an der Bärgida-Demonstration teil. Gegen 19 Uhr machte sich der Zug auf den Weg. Vom Washingtonplatz aus sollte es Richtung Reinhardtstraße gehen. Allerdings machte der Demonstrationszug am Kapelle-Ufer auf halber Strecke wieder kehrt. Viele Teilnehmer führten Deutschlandfahnen mit sich. Im Vergleich zu den vorangegangenen Demonstrationen klangen die Parolen aggressiver. Unter anderem skandierten die Teilnehmer: "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen." Nach einer guten halben Stunde waren die Demonstranten wieder am Ausgangspunkt.

Die Bärgida-Gegner konnten nach Polizeiangaben insgesamt rund doppelt so viele Menschen mobilisieren, die sich an allen Zufahrtstraßen zum Washingtonplatz postierten. Sie protestierten vor allem unter der Parole: "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here." Die Polizei sprach von einem "störungsfreien Verlauf" der Demonstrationen.

Zuvor hatte die Humboldt-Uni am Nachmittag mitgeteilt, dass sie Unter den Linden an ihren Gebäuden das Licht ausschalten wolle, als Protest gegen den islamfeindlichen „Bärgida“-Marsch. Nur: Nach Polizeiangaben wollte „Bärgida“ gar nicht über die Linden ziehen. Wie berichtet, hatten die Organisatoren des Marsches eine kurze Route ab dem Hauptbahnhof in die Reinhardtstraße abgesprochen, 200 Meter hin, 200 Meter zurück. Gegen 14 Uhr verblüffte HU-Präsident Jan-Hendrik Olbertz mit einer Mail: „Die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) schaltet am heutigen Montagabend das Licht aus, wenn die Anhänger der Berliner „Pegida“-Bewegung („Bärgida“) ihren sogenannten Abendspaziergang durchführen.“ Woher die HU die Angabe hatte, dass die Rechten über die Linden ziehen, konnte die Pressestelle der Uni nicht klären.

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Bekanntlich hatte die Senatskanzlei bei der ersten „Bärgida“-Demo vor drei Wochen das Licht am Brandenburger Tor abgeschaltet. Auch diese Aktion war ein Reinfall, weil die Demo nicht in die Nähe des Tores kam. Mehrere Tausend Demonstranten hatten verhindert, dass sich der Zug am Roten Rathaus überhaupt in Bewegung setzen kann.

Beim zweiten und dritten „Abendspaziergang“ konnten die Teilnehmer jeweils einige hundert Meter weit ziehen, bis Gegner sie stoppten. Deshalb hatte der Veranstalter, der Verein „Patrioten“, die kurze Runde am Hauptbahnhof gewählt. Wieder waren mehrere Gegendemonstrationen angemeldet, die Polizei wollte erneut mehrere hundert Beamte einsetzen, um beide Gruppen zu trennen und um das Demonstrationsrecht der „Bärgida“ zu sichern. Laut Polizei wurden 1000 Teilnehmer erwartet, die sich ab 18.30 Uhr – nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe – am Washingtonplatz sammeln wollten. Auch in Brandenburg (Havel) wollte ein „Pegida“-Ableger am Montagabend auf die Straße gehen.

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