Protest gegen Flugrouten : Letzte Hoffnung: EU-Kommission

Die Flugrouten für den BBI stehen fest. Die Anwohner vom Müggelsee gehören zu den großen Verlieren. Deren Bürgerinitiative kämpft aber weiter: Die EU soll nun einen Verstoß gegen Umweltrecht prüfen.

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Protest gegen die Flugrouten über dem Müggelsee.
Protest gegen die Flugrouten über dem Müggelsee.Foto: dpa

In ihrem Kampf gegen die Flugrouten über dem Müggelsee setzen die Anrainer jetzt ihre Hoffnung auf die EU-Kommission in Brüssel. Diese erhält am heutigen Freitag eine von der Bürgerinitiative Friedrichshagen und der Grünen Liga gemeinsam verfasste Beschwerde über das in ihren Augen „eklatante Fehlverhalten“ der zuständigen Behörden in Deutschland.

Diese hätten vor dem Bau des Flughafens in Schönefeld und der Festlegung der Flugrouten die Folgen eines Überflugs des Müggelsees für die Natur und die Menschen nicht untersucht. „Bis heute wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung abgelehnt“, sagt Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der die Bürgerinitiative in rechtlichen Fragen berät. „Eine solche Untersuchung würde die klaren Verstöße gegen das europäische Umweltrecht beweisen und zur Abkehr von der Müggelseeroute führen.“

Die Beschwerde allein kann allerdings noch keine veränderten Ab- und Anflüge von und nach Schönefeld oder gar eine Verschiebung des Eröffnungstermins am 3. Juni erreichen. „Die EU-Kommission müsste gegen die Bundesrepublik klagen, um eine Umweltprüfung durchzusetzen“, erklärt Rechtsanwalt Baumann. „Das kann wenige Monate oder auch zwei bis drei Jahre dauern.“

Der Bürgerinitiative fehlt es nicht an Argumenten. „Es geht nicht nur um den Schutz der reichen Natur im und rund um den Müggelsee“, sagt der Arzt Hans Behrbohm. „Als Kalt- und Frischluftquelle besitzt der See Bedeutung für ganz Berlin. Die kann er aber nicht erfüllen, wenn toxische Feinstaubpartikel aus den Düsen der Flugzeuge über dem See herunterrieseln.“ Diese Giftstoffe seien krebserregend und der ständige Krach schade der Gesundheit der Menschen und Tiere.

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