Provokation gegen Linke : Naziaufmarsch am Freitag in Neukölln

Während in der Politik um ein erneutes NPD-Verbotsverfahren gerungen wird, provoziert die NPD mit weiteren Demonstrationen. Die Neonazi-Szene will am Freitagabend in Neukölln aufmarschieren - zeitgleich zu einer linken Demonstration.

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NPD-Anhänger bei einer Demonstration im März gegen ein mögliches Parteienverbot.
NPD-Anhänger bei einer Demonstration im März gegen ein mögliches Parteienverbot.Foto: dapd

Die Neonazi-Szene will am Freitagabend in Neukölln unter dem Motto "Zeit zu handeln - kriminelle Ausländer raus" aufmarschieren. Im Internet und auf Plakaten mobilisieren die Rechtsextremisten für 18 Uhr zum U-Bahnhof Blaschkoallee in Britz. Nach Angaben der Polizei ist der Aufmarsch jedoch noch nicht offiziell angemeldet. Die NPD, die auf den Plakaten als Veranstalter auftaucht, war bisher telefonisch nicht erreichbar.  

Friedliche Proteste gegen NPD-Kundgebung
Begleitet von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften haben nach Polizeiangaben rund 650 Menschen in Prenzlauer Berg gegen einen NPD-Aufmarsch zum 50. Jahrestag des Mauerbaus demonstriert.Weitere Bilder anzeigen
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13.08.2011 15:39Begleitet von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften haben nach Polizeiangaben rund 650 Menschen in Prenzlauer Berg gegen...

Der Aufzug soll offenbar als reine Provokation gegen eine linke Demonstration dienen, die zur selben Zeit stattfindet. Ab 17.30 Uhr wollen linke Gruppen von der Lipschitzallee durch den Bezirk ziehen, um gegen rechte Gewalt und Rassismus zu protestieren. Die vor Monaten angemeldete Demonstration hat ebenfalls den Titel "Zeit zu handeln". Die Organisatoren warnen vor der gewaltbereiten Naziszene in Rudow und Britz. In den letzten Monaten kam es dort mehrfach zu rechtsextremen Gewalttaten. Die Menschen vor Ort seien jetzt gefragt, "sich mit den Betroffenen neonazistischer Gewalt zu solidarisieren und sich gemeinsam gegen Neonazis zu organisieren", heißt es im Aufruf.

Erst Ende März durchsuchte die Polizei die Wohnungen von zwei "Führungspersonen der rechten Szene" in Neukölln. Sie stehen in Verdacht an mindestens neun Hauswände großflächige Schriftzüge mit rechten Parolen geschmiert zu haben. Außerdem sollen sie in Verbindung zu einer braunen Hassliste im Internet stehen, auf der zu Gewalttaten gegen Politiker, Gewerkschafter und Journalisten aufgerufen wird.

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