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Christopher Street Day : Potsdam feiert den CSD - Regenbogenfahne vor dem Rathaus

Die CSD-Saison ist eröffnet: Unter dem Motto "Hass bringt dir nix" wird am Wochenende auf einem Straßenfest in Potsdam protestiert. Die Regenbogenfahne wurde bereits vor dem Rathaus gehisst.

von Sarah Stoffers
Die Regenbogenfahne wird vor dem Potsdamer Rathaus gehisst.
Die Regenbogenfahne wird vor dem Potsdamer Rathaus gehisst.Foto: PNN

Sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht. Seit Donnerstag hängt die Regenbogenflagge, das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, wieder vor dem Rathaus der Stadt Potsdam. Zur Eröffnung des Christopher Street Days (CSD) hissten der Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung Mike Schubert (SPD) mit Abgeordneten des brandenburgischen Landtages und Mitglieder schwullesbischer Vereine wie gaybrandenburg und Katte e.V. die Flagge vor dem Stadthaus.

Für Jirka Witschak von Katte e.V., der die Aktion und den CSD mitorganisierte, hat die jährliche Solidaritätsbekundung nichts an ihrer Bedeutung verloren. Im Gegenteil: „Mit den Jahren ist solch ein Zeichen immer wichtiger geworden. Wir merken in unserer Beratungsarbeit, wie viele Probleme lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Menschen haben und dass sie durch Diskriminierung und Ausgrenzung auch Schwierigkeiten und Einschränkungen in ihrem Leben haben. Alles was uns sichtbar macht, ist total wichtig“, sagte Witschak.

Der Landtag beschloss einen Aktionstag gegen Homo- und Transphobie

Auch der Landtagsabgeordnete der Linken und frühere brandenburgische Justizminister, Volkmar Schöneburg, betonte in seinen Grußworten wie wichtig die Flagge im Kampf gegen Diskriminierung sei. „Auch in unserer Gesellschaft gibt es Ressentiments, die in Ausgrenzung und Gewalt sichtbar werden“, so Schöneburg. Durch den Rechtspopulismus sei ein Erstarken der Diskriminierungen zu spüren. „Wie human eine Gesellschaft ist, zeigt sich immer an ihrem Umgang mit Minderheiten.“

Dass Handlungsbedarf besteht, weiß auch der Landtag. Im letzten Jahr beschloss er einen Aktionsplan der sich für Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie einsetzen soll. Vom 26. April bis 18. Juni können dafür zunächst Ideen online eingereicht werden.

Die Regenbogenflagge wird bereits seit der Wende 1989/90 jedes Jahr als Zeichen der Solidarität mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern vor dem Potsdamer Rathaus gehisst. Schubert freue sich darüber, dass Homosexuelle am Christopher Street Day für ihre Rechte feiern und demonstrieren. „Wir unterstützen sie gerne dabei.“

Buntes Straßenfest in Potsdam

Mit dem CSD wird in zahlreichen Städten jedes Jahr an den ersten bekannten Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür erinnert, der 1969 in der New Yorker Christopher Street ausbrach. In der ganzen Welt feiern und demonstrieren jedes Jahr Bürger für Toleranz und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Gefeiert wird der CSD in Potsdam vor der Bar "La Leander".
Gefeiert wird der CSD in Potsdam vor der Bar "La Leander".Foto: Andreas Klaer (Archiv)

Anlässlich des Potsdamer CSD wird es ein buntes Straßenfest geben. Unter dem Motto „Hass bringt dir nix“ findet an diesem Wochenende ein zweitägiges Fest vor dem schwul-lesbischen Szene-Lokal „La Leander“ in der Benkertstraße statt. Es beginnt am Samstag um 12 Uhr mit einem Vorprogramm. Ab 15 Uhr läuft der „Queensday“, der nach Worten der Veranstalter „nicht ganz politisch-korrekte aber umso trashigere Homosexuellen-Kultur“ bietet. Ab 19 Uhr treten die Bands „Allegleich“ und „Pinoreks“ auf. Ein ähnlicher Ablauf ist am Sonntag geplant.

Zudem wird im Stadthaus im Oberbürgermeisterbereich die Ausstellung „Sexways – Wissenstest zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten" gezeigt. Bis zum 30. April gibt es weitere zahlreiche Programmpunkte (das gesamte Programm findet sich hier). Das Potsdamer Straßenfest gibt es seit 2004, ursprünglich ins Leben gerufen als eine Art Gegenaktion zum gleichzeitig stattfindenden Tulpenfest, das jährlich „Zehntausende, meist heterosexuelle Rentnerinnen und Rentner anzieht“, wie es auf der Homepage des Potsdamer CSD heißt. Doch die Organisatoren des Tulpenfestes seien von der Aktion begeistert gewesen – und stellen dem „La Leander“ seitdem eine Bühne. (PNN)

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